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IHK-Umfrage : Mindestlohn und Fachkräftemangel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

IHK-Umfrage: Konjunkturerwartungen in MV verhaltener als 2014

Die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern machen derzeit gute Geschäfte, blicken angesichts politischer Krisen und der Einführung des Mindestlohns aber skeptisch ins neue Jahr. In einer gestern in Schwerin vorgestellten Umfrage der drei Industrie- und Handelskammern bezeichneten 89 Prozent der Firmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das sei etwas geringer als die 93 Prozent Anfang 2014. „Wir kommen von einem Allzeithoch. Trotz des Rückgangs liegt der Konjunkturklimaindikator im Land mit 114 Punkten noch immer über dem langjährigen Mittel von 110“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Schweriner IHK, Siegbert Eisenach.

Vor allem die spürbar reduzierten Geschäftserwartungen drückten auf die Stimmung. Nur noch 16 statt 23 Prozent der Unternehmen gehen von Verbesserungen aus. Schlechtere Geschäfte erwarten hingegen 20 Prozent. Zu Jahresbeginn 2014 hatten nur 14 Prozent der Unternehmer pessimistisch in die Zukunft geschaut. Laut Eisenach hatten sich rund 650 Unternehmen aus allen Regionen und Branchen des Landes an der Umfrage beteiligt. Die drei Kammern im Nordosten  zählen  etwa       90 000 Mitglieder.

„Als größtes Risiko für eine gute Geschäftsentwicklung werden inzwischen wachsende Arbeitskosten gesehen. Weniger der Mindestlohn selbst bereitet den Unternehmern Sorge, vielmehr der ungeheure bürokratische Aufwand für Zeiterfassung und Dokumentation“, berichtete Eisenach. Dazu kämen Zusatzlasten durch die vom Bund beschlossene Rente mit 63 und die Mütterrente. „Die Kritik an der Bundesregierung ist derzeit größer als die an der Landesregierung in Schwerin“, konstatierte Eisenach.

Die Energiekosten spielten infolge drastisch gesunkener Spritpreise kaum noch eine Rolle. Dafür zählten die Firmen den Fachkräftemangel zu den aktuell größten Risiken. „Die Arbeitslosigkeit im Land ist erfreulich gesunken. Das bedeutet aber auch, dass weniger Kräfte verfügbar sind und es schwerer wird, Fachleute und Azubis zu finden“, sagte Eisenach.

 

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