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Mecklenburg-Vorpommern : Mindestlohn treibt Taxitarife hoch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Preise steigen um 20 Prozent / Firmen melden Wagen ab / Wartezeiten werden länger

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 08:12 Uhr

Taxifahren wird in MV teurer: Mit der Einführung des Mindestlohns haben Taxiunternehmen nahezu flächendeckend bei Städten und Landkreisen eine Erhöhung der Fahrpreise beantragt – um bis 20 Prozent, ergab eine Umfrage unserer Zeitung in Stadt- und Kreisverwaltungen und beim Landesverband des Taxigewerbes. In Rostock hat die Stadt höheren Tarifen bereits zugestimmt: Erstmals seit fünf Jahren würden die Preise der mehr als 100 Taxiunternehmen ab 1. November um bis zu 16 Prozent steigen, teilte Stadtsprecher Ulrich Kunze gestern mit. Auch im Kreis Ludwigslust-Parchim steigen die Preise ab 1. November – der Grundpreis um 70 Cent auf 3,20 Euro, der Kilometerpreis um bis zu 80 Cent. In Schwerin haben die Taxiunternehmen eine Erhöhung der Preise für Kurzfahrten beantragt – für den dritten und vierten Kilometer je um 50 Cent auf 2 Euro. In Nordwestmecklenburg habe jedes zehnte der 47 Unternehmen Tariferhöhungen von bis zu zehn Prozent beantragt, so Kreissprecherin Petra Rappen. In Vorpommern-Greifswald verlangen drei Firmen höhere Tarife. In Vorpommern-Rügen habe sich die Mehrheit der Taxiunternehmen gegen eine Preiserhöhung ausgesprochen, teilte Kreissprecher Olaf Manzke mit.

Die Einführung des Mindestlohnes zwinge die Unternehmen zu Tariferhöhungen, begründete der Landesverband des Taxigewerbes in Schwerin mit. Ab 1. Januar 2015 müsse auch den bundesweit 200 000 Taxifahrern ein Mindest-Stundenlohn von 8,50 Euro gezahlt werden. Nach Verbandsangaben werden derzeit zwischen 6 und 6,50 Euro je Stunde gezahlt. Durch die höheren Kosten würden zahlreiche der 320 Taxiunternehmen mit 800 Fahrzeugen in MV indes ihr Personal reduzieren, erwartet der Verband. Das bekämen die Kunden zu spüren: Der Service werde leiden. Statt zehn Minuten Wartezeit bisher könnten es künftig auch schon mal 45 Minuten werden. Bundesweit rechnet der Verband damit, dass bis zu 70 000 Taxifahrer ihren Job verlieren werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte indes vor Panikmache. Das Taxigewerbe habe die Chance vertan einen Branchentarifvertrag abzuschließen, sagte DGB-Landeschef Uwe Polkaehn gestern. Auch Taxifahrern stünden faire Löhne zu.

 

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