Positive Bilanz : Mindestlohn: Feste Stellen statt Minijobs

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Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt in MV um 6900

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08. Juni 2015, 21:00 Uhr

Ordentliche Arbeit statt schlecht bezahlter Jobs: Nach der Einführung des Mindestlohns zu Jahresbeginn sind in MV tausende Minijobs mit Monatseinkünften von bis zu 450 Euro weggefallen und mehr reguläre Arbeitsverhältnisse geschaffen worden. In den ersten drei Monaten des Jahres sei die Zahl der geringfügig Beschäftigten auf 76 576 gesunken, geht aus einer Analyse der Minijob-Zentrale hervor – 5109 weniger als vor einem Jahr, der niedrigste Quartalsstand seit sieben Jahren. Nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen gibt es in MV inzwischen die wenigsten Minijobber – 48 je 1000 Einwohner, ermittelte die Minijob-Zentrale. Gleichzeitig hat die Arbeitsverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern Ende März 6900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr gezählt als noch vor einem Jahr, insgesamt 539 800 Frauen und Männer. Die meisten Jobs seien im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden, 2800 mehr. In Gastgewerbe richteten die Unternehmen 1900, im Handel 1500 zusätzliche Arbeitsplätze ein.

Sowohl für Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung als auch Arbeitgeber ein neuer Trend: Offensichtlich werde geringfügige in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt – „eine durchaus gewünschte Folge“, begrüßte DGB-Landeschef Uwe Polkehn die Entwicklung. Der Wegfall von 5109 Minijobs sei durch die Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 6900 „mehr als wettgemacht“. Das sei ein „erstes Indiz“ dafür, dass Minijobs in MV in mehr reguläre Stellen umgewandelt worden seien, sagte ein Sprecher der Landesarbeitsagentur. Allerdings müsse die Entwicklung der kommenden Monate erst noch zeigen, ob es einen „eindeutigen Zusammenhang“ gebe. Auch die Arbeitgeber „vermuten“, dass Minijobs vermehrt zugunsten fester Jobs verringert worden seien. Mit der Einführung des Mindestlohns rechneten sich Minijobs für viele Unternehmen nicht mehr, erklärte Jens Matschenz, Sprecher der Vereinigung der Unternehmensverbände (VUMV). Damit gehe den Firmen aber auch Flexibilität verloren und werde für viele Jobsuchende der Einstieg in reguläre Jobs erschwert.

Für DGB-Chef Polkehn überwiegen dennoch die Vorteile: „Es wurde höchste Zeit, der Arbeit ein Stück Würde zurückzugeben. Mecklenburg-Vorpommern hat einen besonders hohen Nutzen von der neuen Lohnuntergrenze.“

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