Rostock : Meyer Werft: „Die Karawane zieht weiter“

Flusskreuzfahrtschiffe in Warnemünde    
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Meyer Werft siedelt Konzernzentrale in Luxemburg an / Keine Auswirkungen auf Sitz in Rostock

svz.de von
02. September 2015, 21:00 Uhr

Der Kreuzfahrtschiffbauer Meyer Werft siedelt seine Konzernzentrale in Luxemburg an. Das Unternehmen habe sich bei Gesprächen zwischen dem Land Niedersachsen, dem Betriebsrat und den Arbeitnehmern nicht umstimmen lassen, teilte gestern das Wirtschaftsministerium in Hannover mit.

Kein Unternehmensteil werde aus Deutschland verlagert, sagte Peter Hackmann, der Sprecher des Traditionsbetriebs: „Es ist kein Umzug.“ Die bisherige Holding für die Standorte Papenburg und Rostock werde ihren Sitz in Rostock behalten. Es solle aber eine weitere Holding geben, um die neu hinzugekommene Werft im finnischen Turku ins Unternehmen einzufügen.

Der Weg habe nach Luxemburg geführt, weil man die Bildung eines Aufsichtsrats vermeiden wolle, der nach deutschem Recht bei einem Unternehmen dieser Größe unvermeidlich wäre. Hackmann betonte erneut, dass es dem Unternehmen nicht ums Steuersparen gehe.

Der Papenburger Betriebsratsvorsitzende Ibrahim Ergin sagte, für die Arbeitnehmervertreter gehe es nun darum, auch künftig über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens informiert zu werden, auch wenn die Konzernmutter in Luxemburg sitzen werde. Möglichkeiten, die Entscheidung der Geschäftsführung zu verhindern, gebe es nicht. „Für uns ist der Drops gelutscht“, sagte Ergin.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Betriebsrats der Rostocker Neptun Werft, Detlef Schüler, hat die Gründung der Holding in Luxemburg keine Auswirkungen auf den Betrieb in Rostock. „Die Karawane zieht weiter“, sagte er. Das Unternehmen sei ausgelastet. „Die Werft ist darauf angewiesen, dass wir Qualität abliefern – und das pünktlich“. Dies sei völlig unabhängig davon, ob der Unternehmenssitz in Rostock oder in Luxemburg liege. Die Entscheidung zur Verlegung sei im Betrieb intensiv diskutiert und letztlich zur Kenntnis genommen worden. „Die Musik spielt nach wie vor in Rostock, Papenburg und Turku“, sagte Schüler.

 
 

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