zur Navigation springen

Warnstreik : Metaller machen Druck

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rund 600 Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreiks in Rostock und Stralsund

Rund 600 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie  haben gestern mit Warnstreiks in Stralsund und Rostock ihre Forderung nach höheren Löhnen untermauert. Vor der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde versammelten sich rund 550 Metallarbeiter. Vor dem Werfttor von Nordic Yards in Stralsund waren es rund 60. 

Die Kollegen seien genervt, dass noch kein annehmbares Angebot der Arbeitgeber vorliege, sagte der IG Metall-Bevollmächtigter in Rostock, Peter Hlawaty. Neben Mitarbeitern der Neptun-Werft hätten auch Beschäftigte von Liebherr, Caterpillar oder Siemens am Warnstreik teilgenommen.

Die Metaller haben nach Worten Hlawatys deutlich gemacht, dass sie für einen regulären Streik bereit seien. Wenn bis Ende Februar kein Ergebnis vorliege, könnte Anfang März mit der Urabstimmung begonnen werden.

Auf der Kundgebung in Stralsund sagte der IG Metall-Beauftragte Guido Fröschke, dass die wirtschaftliche Lage der Branche von allen gut eingeschätzt werde. Deshalb seien die Forderungen gerechtfertigt. Allerdings belasten die EU-Sanktionen gegen Russland nach Einschätzung der Gewerkschaft vor allem die ostdeutschen Werften.

Fröschke forderte, dass die Bundesregierung im Gegenzug mit öffentlichen Aufträgen für eine Überbrückung auf den Werften sorgt. „Wenn man eine Embargopolitik betreibt, muss man sehen, dass man das hier auch ausgleicht.“ Der Betriebsrat Jürgen Kräplin regte Änderungen im Werftengesetz des Landes an. Bürgschaften müssten auch dann möglich sein, wenn die Verträge noch nicht finalisiert seien.

Derzeit beschäftigt Nordic Yards nach Gewerkschaftsangaben knapp 200 Mitarbeiter in Stralsund. Die Auftragslage wird von der Gewerkschaft aufgrund der EU-Sanktionen gegen Russland als schwierig eingeschätzt. In Stralsund wird derzeit an Fundamenten für eine Offshore-Konverterstation gearbeitet.

An dem Warnstreik in Stralsund beteiligten sich auch Beschäftigte aus Greifswald, Waren und Ueckermünde. Die Gewerkschaft verlangt für die bundesweit mehr als 3,7 Millionen Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Geld sowie arbeitgeberfinanzierte Teilzeitregelungen für Ältere und Fortbildungswillige. Die Arbeitgeber hielten zuletzt an ihrem bisherigen Angebot von 2,2 Prozent mehr Gehalt fest.

 
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen