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Industrieschau : Messe bringt jeden fünften Euro

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neuheiten aus MV bei Hannover Messe / 38 Aussteller aus dem Nordosten bei weltgrößter Industrieschau

Ein Aluminium-Klebeband mit starker Dehnfähigkeit, Kunststoffteile für die Automobilindustrie, Stahlrohrkonstruktionen für die Windenergiebranche: Firmen aus MV drängen mit neuen Produkten auf der am Sonntag beginnenden Hannover Messe auf den Markt.

Die Gummifabrik Lubeca aus Upahl sucht beispielsweise für ein neuartiges Dichtungsband neue Kunden. Zwei Jahre habe er an dem nach eigenen Angaben bisher einmaligen Klebeband getüftelt, erklärte Firmenchef Axel Krybus. Jetzt soll die Neuentwicklung für Umsatz und Arbeit für die 50 Beschäftigten des Unternehmens in Upahl sorgen. Auf Beton, Holz, Glas, Kunststoff – mit dem flexiblen Band ließe sich der Durchbruch für Rohrleitungen ebenso dauerhaft abdichten wie der Dachfirst, sagte Krybus. In Norwegen und Schweden sei des Band bereits im Einsatz. Dort stehe der großflächige Verkauf bevor.

Erstmals auf der Hannover Messe dabei: der Kunststoffteilefertiger Müller aus Hagenow. Spritzgußteile mit einem Gewicht von einem bis 1300 Gramm stellt das Familienunternehmen her – für die Automobil-, Elektro- und Lebensmittelindustrie sowie Pumpenbauer, so Firmenchef Axel Schön. Vor allem mit Gehäuseteilen für Kabelbäume in Autos setzten die Hagenower jeden zweiten Euro um. Als Automobilzulieferer ließen sich zwar „sehr gute Geschäfte“ machen, erklärte Schön. Doch die Wirtschaftskrise habe 2008 die Folgen der Abhängigkeit von einer Branche gezeigt – binnen weniger Wochen sei der Umsatzanteil auf nur fünf Prozent eingebrochen. Seit drei Jahren sei das 35-Mann-Unternehmen zwar wieder voll ausgelastet. Doch: „In Zeiten, in denen es einem Unternehmen gut geht, muss man sich aber um neue Kontakte kümmern“, meinte Schön.

Neue Märkte, neue Kunden, neue Branchen: Einer Umfrage zufolge seien bei einigen Ausstellern aus MV bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes auf die Teilnahme an der Hannover Messe zurückzuführen, teilte Siegbert Eisenach, Chef der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK). Auf der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe wollen die Unternehmen aus MV die Abhängigkeiten von einzelnen Auftraggebern verringern. Wie der einstige Schiffbauzulieferer KGW Schwerin: Die Stahlbauer wollen wieder zu alter Stärke zurück. Das Unternehmen mit seinen beiden Werken in Schwerin und Lübeck sei mit der Fertigung der Stahlrohre für Windkraftanlagen an Land und auf See „sehr windkraftlastig“, meinte Vertriebschef Karsten Schulz. KGW suche neue Absatzmärkte. Inzwischen würden die 240 Beschäftigten zwar auch andere schwere Stahlbauteile wie Großpfannen und Krangittermasten fertigen. In Hannover suche man aber auch neue Partner, beispielsweise für den Bau neuer Rohrmasten für Stromleitungen und Stahlkonstruktionen zur Gründung von Offshore-Windanlagen. Mittlerweile gebe es auch Überlegungen, wieder in den maritimen Anlagenbau einzusteigen, so Schulz.

Insgesamt stellen 38 Unternehmen aus MV in Hannover aus – vor allem aus Westmecklenburg und der Region Rostock. Das Interesse sei ungebrochen, sagte Eisenach. Die IHK Schwerin organisiert den vom Land geförderten Firmengemeinschaftsstand – in diesem Jahr mit neun Ausstellern.

 

Hightech aus MV
Montageassistent aus Rostock

Die Montage von Maschinen und Anlagen soll möglichst schnell und ohne Verzögerungen erfolgen. Tablet-PCs, Smartphones und Smartwatches können den Montagearbeitern bei ihren Aufgaben helfen. Wie das funktioniert, zeigen die Forscher des Rostocker Fraunhofer-Instituts für Grafische Datenverarbeitung (IGD) auf der diesjährigen Hannover Messe.  Der zeitliche Aufwand bei der Montage von Anlagen und großen Industriemaschinen beträgt etwa 70 Prozent der gesamten Fertigungszeit. Die IGD-Forscher wollen diesen Arbeitsaufwand verringern. Ziel sei es, den Montagearbeitern ihre Aufgaben zu erleichtern, hieß es. Dazu müssten wichtige Informationen, wie Arbeitsanweisungen, Konstruktionsdetails oder Stücklisten, jederzeit aktuell und in der richtigen Reihenfolge am Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Die Assistenzsysteme der Fraunhofer-Forscher bieten neue Lösungen zur Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der Montage.

 

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erstellt am 06.Apr.2014 | 08:33 Uhr

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