Zoll in MV : Mehr Schäden durch Schwarzarbeit

Der Zoll beginnt jetzt mit verschärften Kontrollen.
Der Zoll beginnt jetzt mit verschärften Kontrollen.

Höhere Aufdeckungsquote durch veränderte Ermittlungstaktik des Zolls

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14. März 2015, 08:30 Uhr

Der Zoll hat im Jahr 2014 erneut mehr Schäden durch Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern aufgedeckt. Die ermittelte Schadenssumme stieg gegenüber dem Vorjahr von 12,1 auf 13,4 Millionen Euro, bilanzierte das Hauptzollamt Stralsund gestern. Damit setzt sich ein seit Jahren anhaltender Trend im Bereich Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung fort. Im Jahr 2010 wurde noch ein Schaden von 7,8 Millionen Euro registriert. „Der Anstieg ist auf die Änderung der Ermittlungstaktik zurückzuführen“, sagte der Vize-Chef der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“, Ralf Bittner. Habe man früher mehr in der Breite ermittelt, konzentrierten sich die Beamten jetzt stärker auf Schwerpunktbranchen und Firmen.

Im vergangenen Jahr wurden 3250 Straf- und Bußgeldverfahren wegen Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung eingeleitet – zwar etwas weniger als im Vorjahr. Aufgrund besserer betriebswirtschaftlicher Tiefenprüfungen sind laut Bittner aber höhere Schadenssummen ermittelt worden. In einem Fall wurden die Zöllner bei einer portugiesischen Firma fündig, die 26 rumänischen Montagearbeitern statt des allgemeinverbindlichen Mindestlohnes im Baugewerbe von 10,25 Euro pro Stunde nur fünf Euro gezahlt hatte. Gegen das Unternehmen wurde ein Bußgeld in Höhe von 22 000 Euro festgesetzt und zusätzlich ein Strafverfahren eingeleitet.

Seit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes im Januar wurden laut Bittner bislang sechs kleinere Verstöße gegen das Mindestlohngesetz festgestellt. Die Betriebe kamen mit einer Verwarnung davon. Im März soll mit den verschärften Kontrollen begonnen werden.  

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