BUND-Studie : Mehr Biomasse, aber keinen Mais

Der Maisanbau für Biogasanlagen ist weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.
Der Maisanbau für Biogasanlagen ist weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.

Umweltorganisation BUND fordert Alternativen zur Futterpflanze

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04. Februar 2014, 08:26 Uhr

Die Umweltorganisation BUND in Mecklenburg-Vorpommern fordert, mehr Biomasse, aber keinen Mais in Biogasanlagen zu stecken. Einer neuen BUND-Studie zufolge ist die herkömmliche Nutzung von Mais für Biogasanlagen wirtschaftlich und ökologisch nicht sinnvoll und wegen des hohen Düngebedarfs nicht klimaschonend und nachhaltig. Autor Burkhard Roloff sagte: „Als Alternativen zum Mais könnten organische Reststoffe aus der Landwirtschaft und der Verarbeitung genutzt werden, zum Beispiel Festmist oder Reste der Raps- und Kartoffelverarbeitung.“ Zudem würden sich sogenannte „low Input“-Pflanzen wie Miscanthus (Chinaschilf) eignen, die ohne oder mit wenig chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln schnell wachsen. Auch Biomasse aus der Landschaftspflege, etwa Hecken- oder Grasschnitt, sei dem humuszehrenden Maisanbau vorzuziehen, sagte Roloff.

Der Maisanbau gehe auf Kosten der Bodenfruchtbarkeit und der Artenvielfalt. Er führe zu einer Änderung der Landnutzung in der Region und indirekt sogar in Südamerika und Asien, wo dann Rohstoffe wie Soja als Viehfutter für Europa produziert würden. Statt Mais sollten nur noch Anbaukulturen gefördert werden, die einen Zusatznutzen für Klima und Natur bringen, etwa Zwischenfrüchte wie Ackersenf, der zur Bodenverbesserung untergepflügt werde. Auch Mischkulturen wie Klee zwischen Getreide oder Leguminosen (Eiweißpflanzen) würden zusätzliche Biomasse bringen, ohne die Anbaufläche zu vergrößern. 2013 wuchs Mais in Mecklenburg-Vorpommern auf 135 200 Hektar oder gut 14 Prozent der Ackerfläche. Die Fläche war um 10 500 Hetar geringer als 2012.

Derzeit macht Mais nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Güstrow knapp drei Viertel der zur Biogasproduktion eingesetzten Pflanzen aus. Der Rest sind Getreideganzpflanzen und Grassilage, in geringem Umfang auch neue Energiepflanzen.

Bei der Stromerzeugung aus Biomasse rangiert Mecklenburg-Vorpommern bundesweit an vorderer Stelle: Rund 36 Prozent der aus erneuerbaren Quellen gewonnenen Energie entfallen auf Biomasse, die damit nach der Windkraft der zweithäufigste regenerative Energieträger im Nordosten ist. „Der Bereich erlebt zurzeit ein beispielloses Wachstum“, sagte Roloff. Ende 2006 seien im Land 67 Biogasanlagen mit 30 Megawatt elektrischer Anschlussleistung installiert gewesen. Derzeit seien es 238 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 166 Megawatt. Weitere 162 seien im Bau oder im Genehmigungsverfahren.

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