Wirtschaft : MDax-Konzern steigt bei Hightech-Firma aus MV ein

In vier Jahren zum Technologieführer: New Enerday-Chef Matthias Boltze mit einer Hochtemperatur-Brennstoffzellenanlage aus Neubrandenburg
Foto:
In vier Jahren zum Technologieführer: New Enerday-Chef Matthias Boltze mit einer Hochtemperatur-Brennstoffzellenanlage aus Neubrandenburg

Technologiefonds gibt Anteile an Neubrandenburger Brennstoffzellenspezialisten ab / Standort wird weiterentwickelt

svz.de von
14. Juli 2014, 07:40 Uhr

Hochtechnologie aus Mecklenburg-Vorpommern erreicht das Börsenparkett: Die im MDax notierte ElringKlinger AG aus dem badenwürttembergischen Dettingen steigt beim Brennstoffzellenspezialisten New Enerday aus Neubrandenburg ein. Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt unterschrieben. ElringKlinger übernimmt die Unternehmensanteile des Technologiefonds MV und von vier Privatinvestoren, die das erst 2010 gegründete Unternehmen gemeinsam unterstützt hatten.

ElringKlinger baut mit dem Engagement in Neubrandenburg seine Produktpalette aus. Das Unternehmen beliefert nahezu alle Fahrzeug- und Motorenhersteller weltweit mit Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoffgehäuseteilen, Abgasreinigungssystemen sowie Batterie- und Brennstoffzellenkomponenten.

New Enerday hat sich nach eigenen Angaben binnen vier Jahren mit der Entwicklung von sogenannten Hochtemperatur-Brennstoffzellen zu einem der Technologieführer weltweit entwickelt. Inzwischen haben die Mecklenburger einen Stromerzeuger auf Brennstoffzellenbasis entwickelt, der mit überall verfügbaren regenerativen Brennstoffen wie Biogas und -ethanol, aber auch fossilen Brennstoffen wie Erdgas und Diesel Energie erzeugen kann – klein, kompakt, nur von der Größe eines Getränkekastens. Zusammen mit einer Akkuanlage könne damit an netzfernen Standorten die Stromversorgung beispielsweise für den Betrieb von Kühlschränken und Klimaanlagen gesichert werden – in Segelyachten und Wohnmobilen.

Mit ElringKlinger wollen die Neubrandenburger in den kommenden Jahren die Entwicklung innovativer Brennstoffzellensysteme weiter vorantreiben, erklärte New-Enerday-Gründer und –Geschäftsführer, Matthias Boltze. Dazu solle der Standort Neubrandenburg weiter gestärkt und ausgebaut werden. So sollen Brennstoffzellensysteme für Netzersatzanlagen gefertigt werden, die sensible Anlagen bei Netzausfällen mit Strom versorgen. Zudem arbeiten die Neubrandenburger an einem Energieversorgungssystem für Einfamilienhäuser, das mit flüssiggasbetriebenen Brennstoffzellen arbeiten soll.

Im Zuge des Verkaufs endet gleichzeitig die erfolgreiche finanzielle Beteiligung des Technologiefonds MV. Als Initiative des Wirtschaftsministeriums stellt er jungen innovativen Unternehmen des Landes Risikokapital zur Verfügung. „Besonders erfreulich war, dass neben dem Technologiefonds vier erfolgreiche Unternehmer aus der Region als Investoren engagiert waren und das New Enerday-Team beim Aufbau des Unternehmens unterstützt haben“, erklärt Uwe Bräuer, Geschäftsführer der Genius Venture Capital. Genius verwaltet den mit Landesmitteln ausgestatteten Technologiefonds MV im Auftrag des Wirtschaftsministeriums.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen