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Konferenz in Bremerhaven : Maritime Wirtschaft unter Kostendruck

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Häfen, Schifffahrt und Werften sind wichtig für die deutsche Wirtschaft

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die maritime Wirtschaft bekommt Rückenwind von der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hob gestern deren Bedeutung für Deutschland hervor und kündigte zugleich finanzielle Unterstützung für Reeder, Werften und die Anbindung der Seehäfen an. „Die Wertschöpfung des maritimen Sektors verteilt sich über ganz Deutschland“, sagte Merkel auf der 9. Nationalen Maritimen Konferenz in Bremerhaven. Zwei Tage lang diskutieren dort Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die zukünftige Ausrichtung der Branche. Die Bundesregierung wollte außerdem die Eckpunkte einer nationalen maritimen Strategie vorstellen.

Vor allem die internationale Handelsschifffahrt steht wegen geringer Frachtraten und Überkapazitäten unter großem Kostendruck. „Zwischen Bund und Ländern besteht Einigkeit, dass wir eine starke Seeschifffahrt unter deutscher Flagge brauchen“, sagte Merkel. Sie kündigte eine gesetzliche Neureglung an, wonach die Reeder die Lohnsteuer der Beschäftigten unter deutscher Flagge künftig komplett einbehalten können. Zusätzlich sollen die Reeder von den Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden. Im Gegenzug müssten sie aber stärker in die Ausbildung junger Seeleute investieren.

Der Verband Deutscher Reeder begrüßte die Ankündigung. „Das ist ein Bekenntnis zur maritimen Wirtschaft“, sagte Präsident Alfred Hartmann. An der Ausbildung von jungen Seeleuten müssten sich aber auch andere maritime Wirtschaftszweige wie die Lotsen beteiligen, die von dem Fachwissen profitierten. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor eine Verpflichtung für die Reeder gefordert, wieder mehr deutsche Seeleute einzustellen. Die maritime Wirtschaft stärke die Innovationskraft Deutschlands, betonte Merkel. 2016 werde die Förderung für den innovativen Schiffbau daher um zehn auf 25 Millionen Euro aufgestockt, Zwei Drittel davon trage der Bund. „Das ist ein gutes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Er kritisierte jedoch, dass der Bund an der Deckelung beim Ausbau der Offshore-Windenergie festhalten will. Auch Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) sprach sich für einen weiteren Offshore-Ausbau aus.

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