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Energieanlage : Landstrom für Rostocks Kreuzfahrer

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Siemens will Reeder, Hafen und Stadt von Energieanlage am Passagierkai überzeugen / Konzern baut Offshore-Service in MV auf

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 07:55 Uhr

Dicke Luft im Hafen Rostock: Der Siemens-Konzern wirbt für eine Landstromanlage für die Energieversorgung großer Kreuzfahrtschiffe im Rostocker Hafen, um die Luftbelastung am Schiffsanleger zu verringern. Bei Reedern, Stadt, Hafengesellschaft und Stromversorgern solle in den kommenden Wochen eine entsprechende Initiative gestartet werden, kündigte Frank Haacker, Chef der Siemens-Niederlassung in Rostock an. Technische Hürden für eine solche Anlage seien längst genommen. Die kritisierte fehlende Standardisierung für die verschiedenen Schiffe sei behoben. Jetzt wolle man bei Reedern über die neue Technik aufklären, sagte Haacker: „Landstromanlagen sind wirtschaftlich.“ Bislang hatten Reeder Landstromanlagen in Häfen wegen des hohen Aufwandes zumeist abgelehnt. In Hamburg sollen in diesem und im kommenden Jahr zwei Landstromanlagen ans Netz gehen.

Zumindest der Hafen Rostock unterstützt die Siemens-Initiative. Die Kosten für eine entsprechende Anlage müssten allerdings von den Reedern übernommen werden, erklärte Hafensprecher Christian Hardt. Der Hafen würde allerdings die notwendigen Flächen für den Bau der Anlage zur Verfügung stellen. Bislang würden zwar alle Belastungsgrenzwerte im Rostocker Hafen eingehalten, sagte Hardt: „Aber Belastungen sind da. Wir müssen mehr dagegen machen.“

Der Siemens-Konzern will indes neben der Landstromanlage in Rostock sein Engagement in MV weiter ausbauen. Die Energiewende beschert dem Konzern in MV Millionenaufträge: So werden beispielsweise in Parchim eine Onshore-Steckdose installiert – drei Hochleistungstrafos für die Übergabe des Windstroms aus Westmecklenburg ins Höchstspannungsnetz, erklärte Haacker. Dabei sorge ein Trafo für die Versorgung von 40 000 Haushalten.

Ordereingänge auch im Offshoregeschäft: So habe Siemens den Service-Auftrag für den Windpark Baltic I vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst erhalten, teilte Haacker mit. Dazu würden Stützpunkte in Barhöft nahe Stralsund und Rostock eingerichtet, von denen die Fachleute die Windmühlen auf See ansteuern sollen. Das sorgt für Arbeit: 25 neue Mitarbeiter seien dafür eingestellt worden, sagte Haacker. Künftig solle auch der Service für den Windpark Baltic II nördlich von Rügen übernommen werden – weitere 20 neue Jobs. In den vergangenen Jahren hatte Siemens auf den Nordic-Werften den Bau von drei Konverterplattformen für den Anschluss von Offshore-Windparks in der Nordsee in Auftrag gegeben.

Neben dem Energiegeschäft hat sich der Technologiekonzern in MV indes zu einem der größten Gebäudeausrüster entwickelt: Energiemonitoring und - kontrolle im Darwineum Rostock, Ausrüstung des neuen Nestle-Kaffeekapselwerkes in Schwerin mit Mess- und Steuerungstechnik, Energiespartechnik im Alten-Pflegeheim des Diakoniewerkes Kloster Dobbertin – rund 60 Millionen Euro Geschäftsvolumen will die Siemens-Niederlassung mit ihren 100 Beschäftigten in diesem Jahr in MV erzielen. Weitere Aufträge erhoffe man sich von der Fertigstellung des Nestle-Werkes in Schwerin.

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