Nach Pleite : Land wartet noch auf 14 Mio. aus Rostock

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Elf Jahre nach der Pleite des Spaßbades Samoa in Warnemünde wartet das Land noch immer auf die Rückzahlung von 14,5 Millionen Euro.

svz.de von
27. Dezember 2013, 21:45 Uhr

Teurer Badespaß: Elf Jahre nach der Pleite des Spaßbades Südseeparadies Samoa in Rostock-Warnemünde wartet das Land noch immer auf die Rückzahlung von 14,5 Millionen Euro Investitionsförderung. Das Bad war nach nur 18 Monaten im Frühjahr 2002 in die Pleite gerutscht. Das Land wartet bis heute auf die Rückzahlung der Beihilfe, so ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums gegenüber unserer Redaktion.

Das Erlebnisbad Samoa in bester Lage war in finanzielle Schieflage gerutscht, nachdem die Gäste ausgeblieben waren – täglich fehlten 300 Besucher, hatte seinerzeit ein Mitgesellschafter erklärt. Trotzdem zahlte das Land erneut Millionenbeträge für den Aufbau eines neuen Wellnessbades am selben Standort – 7,5 Millionen Euro Fördermittel erhielt der neue Eigentümer des bis dahin leer stehenden „Samoa“-Bades. Der Wellnesstempel Seebad war im Frühjahr 2013 eröffnet worden. Eine „fragwürdige Doppelförderung“, meint Johannes Saalfeld, finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion – zumal das Land auch den Bau der Wellness-Oase in Hohe Düne nur zwei Kilometer vom „Samoa“ entfernt gefördert habe. Angemessen wäre es gewesen, so Saalfeld, nur eine Einrichtung pro Tourismuszentrum zu fördern. In Zukunft müsse die Landesregierung darauf achten, nicht „die Verhältnismäßigkeit und Nachhaltigkeit“ aus den Augen zu verlieren, wenn sie Erlebnisbäder fördert.

Die üppige Spaßbad-Förderung der vergangenen Jahrzehnte könnte das Land teuer zu stehen kommen. Die Grünen im Schweriner Landtag fürchten, dass das Land für die Sanierung der Erlebnisbäder in MV zur Kasse gebeten werden könnte. Bislang habe das Land sechs diese Freizeiteinrichtungen mit insgesamt 85 Millionen Euro unterstützt. Saalfeld: „So teure Einrichtungen müssen auch erhalten und saniert werden. Wer die Kosten dafür übernimmt, ist aber völlig offen.“ Bereits jetzt würde der tägliche Betrieb bei einigen der Bäder von den Kommunen finanziell unterstützt, indem die Städte für den Schwimmunterricht der Schulkinder bezahlen. Saalfeld bezweifelt, dass die Nutzungsgebühren in jedem Fall angemessen sind, und fragt sich, wie lange die Kommunen sich dies noch leisten können.

Das meiste Fördergeld floss in den vergangenen Jahren nach Stralsund – 31, 2 Millionen Euro für den Bau des HanseDom, geht aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag hervor. Das Bad in Warnemünde folgt mit 21 Millionen Euro. Mit knapp 12 Millionen Euro unterstützte das Land den Bau des Wonnemar in Wismar. Die Oase in Güstrow, die Bernsteintherme in Zinnowitz auf Usedom und das Aquadrom in Graal-Müritz bekamen vom Land je zwischen sechs und sieben Millionen Euro.

Auch um die „Oase“ in Güstrow gab es vor Jahren finanzielle Querelen. Der ursprüngliche Investor sollte 200 000 Euro ans Land zurückzahlen, weil er Pflichten aus dem Fördermittelbescheid nicht erfüllt hatte.

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