Parchim : Land stellt Weichen im Nahverkehr neu

Südbahn-Weiterführung wäre „ökologischer Irrsinn“

svz.de von
01. November 2014, 07:46 Uhr

Neue Nachtverbindungen, Reisewagen und das Ende des Personenverkehr nach 129 Jahren zwischen Parchim und Malchow: Pendler und Touristen müssen sich ab Mitte Dezember auf der Schiene in MV auf Änderungen einstellen.

Der Bund will 2015 erneut 242 Millionen Euro in den Schienenpersonennahverkehr des Landes (SPNV) stecken, so Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) am Donnerstag – zu wenig, um die jährlichen Kostensteigerungen durch höhere Nutzungsgebühren der Bahn auszugleichen.

Dem knappen Etat fällt nun wohl die Südbahn zum Opfer: Ab Mitte Dezember wird die Strecke zwischen Parchim und Malchow stillgelegt – ungeachtet ausstehender Gerichtsentscheidungen, so Pegel. Bei sieben bis elf Personen im Zug wäre eine Fortsetzung entgegen den Behauptungen vor Ort „ökologischer Irrsinn und ökonomischer Wahnsinn“. Einem auch von den betroffenen Landkreisen nicht bestrittenen Gutachten zufolge gibt es „kein nennenswertes Fahrgastpotenzial“. Ab Dezember fahren Busse – behindertengerecht und mit Fahrradmitnahme. Dafür zahlt das Land jährlich 700 000 Euro. Pegel will den Kauf barrierefreier Busse „vorrangig“ fördern. „Das ist mehr als ein roter Teppich.“ Zwischen Rehna-Parchim und Hagenow wird weiter die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) den Betrieb sichern.

Auf den Fernstrecken gibt es einige Verbesserungen: Neue Spätverbindungen zwischen Berlin und Rostock bzw. Stralsund, wochentags ein Zwei-Stunden-Takt zwischen Rostock und Berlin sowie ein neuer Nachtzug montags für Wochenpendler Lübeck - Stettin. Zudem wollen die Bahnfirmen neue, klimatisierte Reisewagen rollen lassen.

Beeinträchtigungen drohen auf der Strecke Wismar–Ludwigslust-Berlin: Wegen Gleisbauarbeiten wird der Abschnitt Holthusen - Ludwigslust ab 24. Mai für sieben Wochen gesperrt. Ersatzweise fahren Busse: eine Stunde längere Fahrzeit von Wismar nach Berlin.

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