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Flughafen : Land rettet Airport: Vier Millionen für Laage

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwerin zahlt bis 2017 jährlich eine Million / Passagierzahlen sollen auf 300 000 steigen

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Die Zukunft des insolvenzgefährdeten Flughafens Rostock-Laage ist vorerst gesichert: Auf Druck der kommunalen Gesellschafter verdoppelt das Land entgegen aller bisherigen Beschlüsse seinen Verlustausgleich für die nächsten vier Jahre. Bis 2017 solle vorbehaltlich der Zustimmung des Landtages jährlich ein Betriebskostenzuschuss von einer Million Euro gezahlt werden, kündigte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern nach einem Krisentreffen in Schwerin an – insgesamt vier Millionen Euro, drei mehr als bislang bis 2015 vereinbart: Damit solle dem Flughafen „eine Perspektive gegeben werden“. Voraussetzung sei, dass die drei Gesellschafter – Stadt und Kreis Rostock sowie die Stadt Laage – wie bisher weiter jährlich 1,8 Millionen Euro zuschießen. Eine Beteiligung des Landes werde es aber nicht geben, sagte Sellering. Dagegen spreche das Förderrecht. Allerdings könne der Flughafen mit weiterer Investitionsförderung rechnen.

Bisher hatte das Land höhere Finanzhilfen ausgeschlossen und eine weitere Förderung von einem Gutachten abhängig gemacht. Die Situation habe sich verändert, meinte Sellering. Die Annahme, der Flughafen könne schwarze Zahlen schreiben, sei „nicht realistisch“, meinte der Regierungschef: „Das wird in den nächsten Jahren nicht erreichbar sein.“ Gleichwohl sollen die Passagierzahlen auf bis 300 000 gesteigert und mehr Luftfracht in Laage umgeschlagen werden. 2013 zählte Laage weniger als 200 000 Fluggäste.

Erleichterung bei den Gesellschaftern: Seit Monaten hatten sie eine stärkere Beteiligung des Landes gefordert und gar mit der Zahlungsunfähigkeit gedroht. Mit der Einigung sei die Insolvenz abgewendet, sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling gestern. In der Vergangenheit seien die Gesellschafter vom Land allein gelassen worden. Davon könne keine Rede mehr sein. Das Land gehe stärker in die Verantwortung für den Flughafen, sagte Methling.

Kritik bei der Opposition: Ohne die Ergebnisse des angekündigten Gutachtens abzuwarten, handele die Landesregierung mit ihrer Entscheidung konzeptionslos und verschwende Steuergelder, meinte Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr.

 

 

 

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