Werften : „Land hat P+S-Sanierung sorgsam begleitet“

Für die Landesregierung seien die Fehler aus Sicht des Gutachterns nicht erkennbar gewesen.

von
03. März 2015, 08:00 Uhr

Der Landesregierung sind bei der Sanierungsbegleitung der später pleite gegangenen P+S-Werften nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann keine Versäumnisse vorzuwerfen. Er kenne keinen ähnlich gelagerten Sanierungsfall, in dem so sorgfältig mit Gutachtern gearbeitet worden sei wie in diesem, sagte Brinkmann gestern als Zeuge im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Schwerin. Das habe Millionen gekostet, sei aber auch mit einer monatlichen Berichterstattung verbunden gewesen. „Es ist schwer vorzustellen, dass man noch mehr tun sollte“, sagte er. Allerdings sei bereits das grundlegende Gutachten der Beratungsfirma KPMG für die Sanierung aus dem Jahr 2010 fehlerhaft gewesen. Um welche Fehler es sich genau handelt, wollte er nicht sagen. Für die Landesregierung seien die Fehler aus seiner Sicht nicht erkennbar gewesen.

Finanzstaatssekretär Peter Bäumer, der seinerzeit in anderer Funktion innerhalb der Regierung mit P+S zu tun hatte, bestätigte in seiner Zeugenaussage  diesen Eindruck. „Ich habe keine Zweifel am KPMG-Gutachten gehabt“, sagte er. Das Papier sei auch von einer anderen Wirtschaftsberatungsgesellschaft plausibilisiert worden.

Die möglicherweise mangelhafte Qualität des Gutachtens könnte noch Folgen für KPMG haben. „Die Frage der möglichen Fehlerhaftigkeit des KPMG-Gutachtens und da-raus eventuell resultierender Rechtsansprüche des Landes werden derzeit noch geprüft“, sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Gunnar Bauer.

Auf ehemalige P+S-Geschäftsführer, darunter Dieter Brammertz, könnten neue Ermittlungen zukommen. Brinkmann sagte, er erwäge eine Klage wegen des Vertrags über die beiden Scandlines-Fähren, die letztlich nicht fertig wurden und auch deutlich zu schwer geworden waren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen