Flughafen : Laage wieder im Steigflug

Hebt alle zwei Tage in Laage nach München ab: Lufthansa-Flieger mit 100 Sitzplätzen
Hebt alle zwei Tage in Laage nach München ab: Lufthansa-Flieger mit 100 Sitzplätzen

Mit regelmäßigen Flügen der deutschen Lufthansa rechnet der Flughafenchef Rainer Schwarz mit deutlich steigenden Passagierzahlen

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23. März 2015, 21:15 Uhr

Der Flughafen Rostock Laage will durchstarten: Mit regelmäßigen Flügen der deutschen Lufthansa nach München für Geschäftsreisende, einer Charterlinie vom österreichischen Linz an die Ostseeküste und mit Kreuzfahrerflügen von und nach Laage rechnet Mecklenburg-Vorpommerns größter Flughafen in diesem Jahr erstmals seit vier Jahren wieder mit deutlich steigenden Passagierzahlen. Mit den in diesem Jahr vorgesehenen neuen Angeboten könne Laage mit zweistelligen Zuwachsraten rechnen, sagte der neue Flughafenchef Rainer Schwarz gestern am Rande des Technologie-Talks der Region Rostock Marketing Initiative (RMI) in Laage: „Ein erster Schritt.“

Große Hoffnung setze er vor allem auf die im April alle zwei Tage startenden Lufthansa-Flüge. Damit hätten Geschäftsreisende erstmals eine gute Verbindung nach München, sagte Schwarz. Zudem sei die Region damit an das süddeutsche Luftdrehkreuz angebunden, das binnen einer Stunde nach Ankunft etwa 60 Anschlussflüge zu europäischen und internationalen Zielen biete. Die Lufthansa-Flüge seien nach Analysen der Reisebedürfnisse der Unternehmer in MV eingerichtet worden. Bisher hatte die Lufthansa Laage nur am Wochenende angeflogen. Schwarz: „Jetzt müssen wir Laage als Flughafen für Geschäftsreisende platzieren.“ Die Lufthansa schloss indes auch eine tägliche Verbindung nicht aus, allerdings nur bei einer ausreichenden Auslastung. Einer Studie der Uni Rostock könnten zwischen Laage und München jährlich 30 000 Passagiere fliegen. Bislang hatte die Wirtschaft in MV allerdings zwar stets fehlende Flugverbindungen zu Drehkreuzen kritisiert, eingerichtete Flugverbindungen aber regelmäßig zu wenig genutzt.

Der erst im Oktober 2014 als Flughafenchef neu bestellte Schwarz steht unter Druck: Der Landesflughafen hatte seit 2011 immer mehr Fluggäste verloren – insgesamt mehr als 60 000. Im vergangenen Jahr waren nur noch 170 000 Passagiere gezählt worden. Die Verluste hatten den Flughafen an den Rand der Pleite getrieben. Die Betreibergesellschaft war nur durch deutlich aufgestockte öffentliche Zuschüsse des Landes und der kommunalen Eigner gerettet worden. Das Land steuert bis 2017 jährlich eine Million Euro bei. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte die zusätzliche Finanzhilfe von einer deutlichen Erhöhung der Passagierzahlen abhängig gemacht – 250 000 bis 300 000 Fluggäste, forderte er bis 2017. Zu der Landesvorgabe wollte sich Schwarz nicht äußern: „Ich will kein Ankündigungsweltmeister sein.“ Das Bekenntnis des Landes zu Laage habe aber bei den Airlines wieder für mehr Klarheit gesorgt, lobte Schwarz die Landeshilfe. Die solle zwar schrittweise reduziert werden. Allerdings: Trotz steigender Passagierzahlen werde es auch künftig nicht ohne Zuschüsse gehen, so Schwarz. 

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