TK-Studie : Krankenstand in MV überdurchschnittlich hoch

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Die Fehlzeiten hätten im Nordosten außergewöhnlich stark zugenommen und den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht.

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04. März 2014, 21:15 Uhr

Arbeitnehmer und Arbeitlosengeldempfänger in Mecklenburg-Vorpommern waren nach Erhebungen der Techniker Krankenkasse (TK) 2013 durchschnittlich 18,4 Tage krankgeschrieben. Das waren – bezogen auf die Versicherten dieser Kasse – vier Tage mehr als im Bundesdurchschnitt. Männer waren etwas häufiger als Frauen krank, so TK-Sprecherin Heike Schmedemann gestern. Mit 20,2 Tagen lag die durchschnittliche Krankschreibungsdauer pro Jahr bei Frauen aber über der bei Männern mit 16,8 Tagen.

Die Fehlzeiten hätten im Nordosten außergewöhnlich stark zugenommen und den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht, stellte TK-Landeschef Volker Möws fest. Der Anstieg lag mit fünf Prozent über dem Bundeswert von 3,4 Prozent. Vor allem Erkältungskrankheiten nahmen laut Möws im Vorjahr im Land stark zu. Die Fehlzeiten wegen dieser Diagnose erhöhten sich um 27 Prozent. Auch bei Rückenbeschwerden gab es einen Zuwachs. Konstant blieb hingegen die Zahl der psychischen Erkrankungen.

Weitere Ursachen für den hohen Krankenstand im Land soll der TK-Gesundheitsreport aufdecken, der im April veröffentlicht wird. Eine Rolle dürfte in diesem Zusammenhang spielen, dass Karenztage in den neuen Bundesländern weiterhin entweder nicht bekannt sind oder aus Angst vor Arbeitsplatzverlust nicht genommen werden. In den alten Bundesländern dagegen bleibt das Gros der Arbeitnehmer, in deren Firmen es keine anderslautende Betriebsvereinbarung gibt, bis zu drei Tage ohne Attest zu Hause. „Da wir nur Arbeitsunfährigkeitsbescheinigungen erfassen, fallen sie dadurch aus der Statistik“, bestätigt Heike Schmedemann.

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