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Kühner Plan : Konkurrenz für die Belt-Querung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kühner Plan: 100-Kilometer-Tunnel nach Schweden

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Skandinavien und Deutschland kommen sich näher. Der 18 Kilometer lange Tunnel zwischen der Ostseeinsel Fehmarn und dem dänischen Lolland ist dabei aber offensichtlich nur einer von weiteren Bausteinen. Noch vor Baubeginn der 6,2 Milliarden Euro teuren Straßen- und Schienenverbindung kommt ein Projekt ins Gespräch, das den Belttunnel in seiner Dimension in den Schatten stellt: Ein knapp 100 Kilometer langer Eisenbahntunnel zwischen Südschweden und Stralsund. Zum Vergleich : der Eurotunnel unter dem Ärmelkanal ist nur halb so lang.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) stellte schon vor einem Jahr klar, dass es sich keineswegs um ein „Hirngespinst“ handele. Hinter dem Projekt stehen demnach die norwegische Regierung sowie Unternehmen des ölreichen skandinavischen Landes. „Die Kosten für einen solchen Tunnel werden vorläufig mit 20 Milliarden Euro veranschlagt“, teilt die Coinco GmbH in Berlin auf ihrer Internetseite mit. Das aus einem skandinavisch-deutschen Interreg-Projekt hervorgegangene Unternehmen kümmert sich um die Realisierung des Super-Tunnels. Im Jahr 2030 soll die Riesen-Röhre fertig sein. Bereits im März 2013 hatten die Coinco GmbH und skandinavische Partner-Firmen Einzelheiten der Tunnelidee vorgestellt. Das Projekt ist Teil einer Vision: „Der Wirtschaftsraum zwischen Skandinavien und der Adria hat das Potenzial, sich zu einer der weltweit wettbewerbsfähigsten Regionen zu entwickeln“, heißt es auf der Internetseite zur „Nord-Süd-Initiative“.

Die feste Fehmarnbelt-Querung von Dänemark nach Schleswig-Holstein nur noch ein Nebengleis? Nein, heißt es bei der Projektgesellschaft Femern AS. Zum einen sei die Tunnelidee zwischen dem schwedischen Malmö und Stralsund noch zu wenig konkret. Zum anderen soll der Super-Tunnel eine reine Eisenbahn-Verbindung werden. Der Belt-Tunnel hingegen hat beides – Schiene und Straße.

MV reagiert verhalten auf das Projekt: Das eine schließe das andere nicht aus, meinte IHK-Chef Siegbert Eisenach. Die Projekte stünden in vielerlei Hinsicht in Konkurrenz zueinander – bezüglich der Güter in Skandinavien oder auch um Transportkapazitäten, heißt es im Verkehrsministerium. Zudem scheine das Projekt im Moment „den Status von einer Idee hin zu einem Plan zu wechseln“.  

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