Windenergie aus MV : Ko-Existenz von Industrie und Dienstleistern

zeschky

Prall gefüllte Auftragsbücher, sattes Umsatzplus: Nordex-Chef Zeschky stockt Belegschaft in diesem Jahr um zehn Prozent auf

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04. März 2015, 11:50 Uhr

MV will zu einem der größeren Stromlieferanten Deutschlands aufsteigen. Vorrang haben erneuerbare Energien – vor allem Windkraft. Kaum ein anderes Thema sorgt für so viel Streit. Neue Anlagen: Jobmotor oder Umweltsünde? Darüber haben wir in den vergangenen Tagen in einer Serie debattiert – mit Lesern, Politikern, Lobbyisten, Bürgermeistern, Kritikern, Herstellern.

„Plus 50 Prozent mehr Anlagen, plus 60 Prozent mehr Leistung. Die Rede ist von der Errichtung neuer Windenergieanlagen in Deutschland. Unter dem Zeichen der Energiewende wächst der Kraftwerkspark für erneuerbare Energien, allen voran die Windenergie. Sie ist das Rückgrat des Umbaus unserer Energieversorgung hin in Richtung auf sauberen Strom. Das hat gute Gründe: Kein anderer grüner Energieträger kann heute derart preiswert Strom erzeugen. Trotz einer deutlichen Kürzung der Vergütung ist es im letzten Jahr zu einem Rekord bei der Errichtung neuer Anlagen in Deutschland gekommen. Und das nicht nur im besonders windigen Norden. So gingen in Bayern erstmals mehr Anlagen ans Netz als in Mecklenburg-Vorpommern. Mit 40 Prozent kam ein guter Teil dieser Anlagen aus Rostock, genauer aus dem Haus Nordex.

Mit seinen hoch effizienten Turbinen für das windschwächere Binnenland ist Nordex ein „Musterschüler“ der Energiewende. Denn es geht hier insgesamt um drei wichtige Ziele: Eine saubere, preiswerte und sichere Versorgung. Sicher und preiswert ist die Energieversorgung vor allem dann, wenn sie dezentral – verteilt über eine größere Fläche erfolgt. Damit kommen wir auch einem wichtigen Ziel unseres Heimatlands entgegen. Mecklenburg-Vorpommern muss sich als relativ strukturschwache Region Gedanken über seine Wirtschaftsleistung machen, um Beschäftigung und damit Einkommen zu sichern. Tourismus allein ist nicht ausreichend. Vielmehr bedarf es einer guten Ko-Existenz von industriellen Sektoren und von Dienstleistungen. Einiges kann über Stromexporte geschehen. Aber in gleicher Weise müssen und können wir Stromerzeugungsanlagen in andere Bundesländer und über unsere Grenzen hinaus exportieren. Hier ist Nordex beispielgebend: Drei von vier unserer in Rostock gefertigten Turbinen gehen ins Ausland und viele unserer deutschen Bauplätze liegen im Süden.

Natürlich verfügt die Küste über bessere Windstandorte als etwa Bayern und kommt deshalb als Standort für unsere Kraftwerke eher in Frage. Vor dem Hintergrund der Nutzungskonkurrenz um Flächen müssen wir die Entwicklung von Eignungsgebieten in den Binnenländern durch moderne Anlagen aber immer möglich machen. Und genau das tun wir mit Innovationen wie der neuen Schwachwind-Anlage N131/3000.

Die direkten Beschäftigungseffekte können sich sehen lassen. Bei einem Umsatzzuwachs von guten 20 Prozent stieg die Zahl der Beschäftigten bei Nordex ebenfalls zweistellig auf heute mehr als 2900 Mitarbeiter. Ein Großteil der neuen Stellen entstand dabei in der Fertigung in Rostock. Im etwa gleichen Umfang sind Arbeitsplätze bei Lieferanten und Dienstleistern aufgebaut worden, die für das Unternehmen tätig sind. Diese Entwicklung wird sich nach unseren Plänen fortsetzen. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt und die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Um unseren Lieferverpflichtungen nachzukommen und uns für das erwartete Wachstum zu rüsten, werden wir die Stammbelegschaft im laufenden Jahr nochmals um gut zehn Prozent ausbauen.“

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