Finanzstreit am Gartenzaun : Kleingärtnern blühen höhere Abgaben

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Der Landesverband will mehr Geld. Eine entsprechende Satzungsänderung soll morgen auf einer Delegiertenversammlung in Stralsund beschlossen werden. / Kreisverbände drohen mit Austritt

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05. März 2015, 20:52 Uhr

Finanzstreit am Gartenzaun: Auf die 70 000 Kleingärtner in den Regionalverbänden in MV kommen höhere Abgaben zu. Eine entsprechende Satzungsänderung soll morgen auf einer Delegiertenversammlung in Stralsund beschlossen werden. Dem Vorschlag zufolge soll die Landesverbandsabgabe um fast zwei auf fünf Euro je Mitglied steigen. Der Vorsitzende des Landesverbandes der Gartenfreunde, Peter Heinemann, bestätigte gestern entsprechende Pläne, wollte sich zur Abgabenhöhe aber nicht äußern.

Darüber hinaus soll es Pläne geben, per Satzungsänderung eine Umlage für besondere Fälle drastisch zu erhöhen – von derzeit der doppelten Höhe eines Mitgliedsbeitrages auf künftig das Sechsfache.

Die Kreisverbände toben: Beitragserhöhungen seien bei den Mitgliedern nicht durchsetzbar, lehnte Rainer Espig, Chef des Regionalverbandes Müritz gestern ab: „Das können wir nicht leisten.“ Der Landesverband habe die Notwendigkeit nicht nachweisen können. Auch fehle eine genaue Übersicht über die Finanzlage des Verbandes. Sein und weitere Regionalverbände wollten die Abgabenpläne ablehnen.

Der Finanzstreit droht den seit Jahren schwelenden Konflikt im Landesverband zu verschärfen. Bei Beschluss einer Abgabenerhöhung haben einige der 15 Kreisverbände den Austritt aus der Dachorganisation angekündigt. In den vergangenen Monaten waren bereits drei Vorstandsmitglieder nach Streitigkeiten über den Verbandskurs aus dem Führungsgremium zurückgetreten. Die Kreise fühlen sich über die Finanzlage des Landesverbandes nur unzureichend informiert. Auch hatte die Machtfülle des bisherigen Landesgeschäftsführer Dieter Steffens – Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes, Landeschef und Vorsitzender des Stadtverbandes Rostock – in den Regionen für Kritik gesorgt. Es habe Fehler in der Führungsstruktur gegeben, räumte Heinemann gestern ein. Die Probleme seien aber gelöst. Der Verband stehe auf gesunden Füssen. Heinemann zufolge hat Steffens inzwischen sein Amt aufgegeben. Aus Kostengründen solle die Stelle künftig nur noch mit einem Geschäftsstellenleiter besetzt und der Vorstand von sieben auf fünf Sitze reduziert werden, kündigte der Landesvorsitzende an.  

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