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Klang der kaputten Schraube

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erstellt am 28.Okt.2010 | 07:06 Uhr

Schwerin | Wenn es in der Fabrikhalle ungewohnt klackt, pfeift, rauscht oder brummt, hat sich möglicherweise ein Fehler am Produkt oder an einer Maschine eingeschlichen. Spezielle Schallsensoren der Schweriner Firma "ds automation" können in rasantem Tempo kleinste Tonschwankungen erkennen und dafür sorgen, dass zum Beispiel Mängelexemplare sofort aussortiert werden. Das Wirtschaftsministerium und die drei Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommerns ehrten die Schweriner Innovation gestern auf einer Festveranstaltung in Göhren-Lebbin mit dem diesjährigen Ludwig-Bölkow-Technologiepreis, der mit 10 000 Euro dotiert ist.

Die akustischen Sensoren "dsound USS4" und "dsound USS5" sind rund 13 Zentimeter lang und erinnern den Laien an eine Zündkerze, deren eines Ende von einem weichen Puschel abgedeckt ist. Dahinter verbirgt sich ein hochsensibles Mikrofon. In dem robusten kleinen Zylinder werden die gezielt aus dem Produktionsablauf aufgenommenen Töne an die raffinierte Steuerungselektronik weitergegeben. Die Qualitäts- und Produktionskontrolle funktioniert nach Firmenangaben sogar, wenn es drum herum lärmt und staubt.

Die Funktion der Sensoren, die angeblich weltweit konkurrenzlos sind, demonstriert Geschäftsführer Lars Dittmar gern anhand von Schweißmuttern. Ist eines dieser Kleinteile falsch gegossen oder das Gewinde falsch gefräst, klingt es anders als ein heiles, wenn es aus vier Zentimeter Höhe auf eine Metallplatte fällt.

Auf Offshore- und Energie-Markt neue Kundschaft erschließen

Die Schweriner Schallsensoren können auch am Klang erkennen, ob eine Abdeckfolie einer Plastikverpackung gerissen, ein Porzellanteller schlecht glasiert oder ein Flaschenhals auf dem Laufband einer Abfüllanlage abgesplittert ist. Sie lassen sich jedoch ebenfalls nutzen, um die korrekte Funktion von Maschinen zu überwachen. Wenn zwei Teile nicht richtig einrasten, irgendein Riegel nicht schließt - die Schallsensoren bekommen es mit und melden es weiter. "Ein aus unserer Sicht würdiger Preisträger mit einem zukunftsfähigen Produkt made in Westmecklenburg", lobte Klaus Uwe Scheifler von der IHK Schwerin die Sensoren.

Die "ds automation" hatte sich vor 13 Jahren im Schweriner Technologiepark eingenistet. Inzwischen erweitert die Firma ihre Fertigungskapazitäten. Am Ende des Jahres sollen 1200 Quadratmeter für die 35 Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Auf dem Offshore- und dem Energie-Markt will sich Dittmar neue Kundschaft erschließen. "Wir haben jedes Projekt und jede Produktentwicklung erfolgreich gemeistert und dabei immer etwas Neues geschaffen", bekannte Dittmar vor kurzem. "Das macht uns großen Spaß."

Der mit 2500 Euro dotierte Nachwuchspreis ging an Nachwuchspreis Johanna Pügge und Christopher Mattheus von der Christophorusschule Rostock für die Entwicklung eines ökologischen Reinigers und an Matthias Malchow aus Güstrow, der die"konstruktiven Auslegung des Injektionsrades und seiner Radnabe" optimiert hat.

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