zur Navigation springen

Sportwetten-Verbot für Geringverdiener bleibt bestehen : Kein Zocken bei Hartz IV

vom

Toto-Lotto Niedersachsen ist es unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250000 Euro untersagt, Sportwetten an Personen zu verkaufen, deren Spieleinsätze in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen stehen.

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2011 | 07:38 Uhr

Oldenburg | Das Verbot von hohen Sportwetten für überschuldete Personen und Hartz IV-Empfänger in Niedersachsen bleibt bestehen. Das Landgericht Oldenburg hat am Mittwoch eine zuvor erlassene einstweilige Verfügung gegen Toto-Lotto Niedersachsen bestätigt. Das Unternehmen werde dagegen Berufung vor dem Oberlandesgericht einlegen, kündigte ein Sprecher unmittelbar nach der Urteilsverkündung auf dapd-Anfrage in Hannover an.

Toto-Lotto Niedersachsen ist es unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250 000 Euro untersagt, Sportwetten an Personen zu verkaufen, deren Spieleinsätze in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen stehen, urteilte das Gericht. In dem Zivilprozess zweier konkurrierender Wettunternehmen hatte der maltesische Internet-Anbieter Tipico die Verfügung im April erwirkt. Dagegen hatte Toto-Lotto Widerspruch eingelegt.

Anbieter Tipico hatte Testkäufer geschickt

Tipico hatte über eine Bonner Anwaltsgesellschaft, deren Geschäftsführer zugleich Prozessanwalt des Unternehmens ist, Testkäufer nach Oldenburg geschickt. Nach deren Aussagen konnten Personen, die Spielsperren bekommen haben, sich in Privatinsolvenz befinden oder Hartz IV-Bezieher sind, problemlos Sportwetten der Toto-Lotto-Tochtergesellschaft Oddset in Oldenburger Annahmestellen platzieren, obwohl sie ihre finanzielle Situation bereits zuvor kundgetan hätten.

Dabei hätten sie so genannte Lotto-Cards eingesetzt, die ihnen gar nicht gehörten. Die Vorlage eines Ausweises sei nicht verlangt worden. Dieses Geschäftsgebaren in den Annahmestellen war vom Gericht gerügt und eine gesicherte Identitätskontrolle verlangt worden. Auch müsse der Wahrheitsgehalt hinterfragt werden, wenn ein Spieler von sich aus in der Annahmestelle seine finanzielle Notlage schildere.

Unabhängig vom weiteren Verlauf der juristischen Auseinandersetzung hatte Toto-Lotto Niedersachsen eigenen Angaben zufolge bereits im April alle Verkaufsstellen angehalten, bei Hinweisen auf sozial schwache Kunden der Verfügung Folge zu leisten.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen