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Karstadt Wismar erleichtert

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erstellt am 08.Jun.2010 | 07:43 Uhr

Wismar | Aufatmen bei Karstadt in Wismar: Mit dem Zuschlag für den Privatinvestor Nicolas Berggruen scheint die Zukunft für das Stammhaus der seit einem Jahr insolventen Warenhauskette gesichert. "Wir sind alle sehr erleichtert", sagte gestern die kommissarische Geschäftsführerin Beate Stadler. "Aber ich will noch nicht jubeln. Es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern."

Stadler sagte, die Entscheidung für Berggruen sei die Beste, weil der Investor auf Werte und Traditionen setze. Damit sehe sie gerade das Stammhaus auf lange Zeit gesichert, denn ohne das Stammhaus wäre Karstadt seiner großen Tradition beraubt.

Wismars Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken (SPD) sagte, sie sei sehr froh, dass die "Hängepartie" für Karstadt zu Ende sei. "Das war für die Mitarbeiter eine unerträgliche Situation." Jetzt sei sie wieder voller Optimismus. Das Warenhaus sei die "prominenteste Stelle" in der Altstadt, es gebe Impulse für den gesamten Einzelhandel in der Welterbe-Stadt. Viele kleine Händler in der 45 000 Einwohner zählenden Hansestadt wären ohne das Kaufhaus gefährdet, sagte sie.

Die Rettung der insolventen Warenhauskette Karstadt steht auch nach dem Zuschlag für den Investor Berggruen auf wackeligen Beinen. Größtes Problem bleiben die Mieten, die aus Karstadt-Sicht deutlich gedrückt werden müssen.

Bei diesem Thema gibt es noch keine Einigung mit dem Karstadt-Vermieter Highstreet. Bei Highstreet hieß es, man sei zu zusätzlichen Mietsenkungen bereit. Ein Berggruen-Sprecher wollte die genaue Höhe der von dem Investor geforderten Mietsenkungen nicht nennen. Sollte es keine Einigung geben, könne der Kaufvertrag für Karstadt unter Vorbehalt unterschrieben werden, sagte er.

Nach den Planungen von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg soll der Kaufvertrag bis heute unterschrieben werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Essener Amtsgericht den Insolvenzplan in Kraft setzen kann; geplant ist dies für Donnerstag.

Berggruen will keinen Personalabbau unter den 25 000 Karstadt-Beschäftigten vornehmen und die 120 Warenhäuser erhalten. Der angebotene Kaufpreis für Karstadt soll bei rund 70 Millionen Euro liegen.

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