zur Navigation springen

SCHWERIN : Kandidatenmangel bei der IHK

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bis Fristende nur 79 Vorschläge für neues Schweriner Kammer-Parlament / Nur jedes zweite Vollversammlungsmitglied tritt wieder an

svz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Kandidatensuche für das Wirtschaftsparlament: Für die erstmals nach regionalem Wahlrecht durchgeführten Wahlen zur Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK) gibt es unter den 23 000 Mitgliedsunternehmern keine ausreichenden Bewerber. In den acht Wahlgruppen von Industrie bis Handel fehlen in einem von drei regionalen Wahlbezirken noch sechs Kandidaten, teilte der IHK-Wahlausschuss mit. Bis zum Ende der Vorschlagsfrist vergangene Woche seien 79 Kandidatenvorschläge eingereicht worden. 2008 hatten sich 124 Kandidaten zur Wahl gestellt.

In Nordwestmecklenburg fehlen bislang für die Wahlgruppe Industrie noch ein, für den Einzelhandel zwei und für die Gruppe der Bewerber des Beratungs-, Vermittler- und Dienstleistungsgewerbes noch drei Kandidaten. Für die Gruppen sei eine Nachfrist bis 18. Juni gesetzt worden, erklärte der Chef des Wahlausschusses Gerd Bockisch. Bis dahin könnten weitere Kandidaten vorgeschlagen werden. Die dreiwöchige Wahl sei auf Mitte August angesetzt worden.

Schwerin ist die letzte der drei Kammern in Mecklenburg-Vorpommern, die die Vollversammlung neu besetzt. Die IHK Neubrandenburg hatte bereits im Februar über ihr Parlament entschieden und im März Wolfgang Blank, Chef der Biotechnikum Greifswald GmbH, zum neuen Präsidenten gewählt. Für die 36 000 Unternehmen der IHK Rostock waren bereits 2011 die 45 Sitze der Vollversammlung neu besetzt worden. 88 Kandidaten hatten sich zur Wahl gestellt.

Nach dem spektakulären Machtwechsel bei der vergangenen Kammerwahl 2008 deutet sich in Schwerin indes erneut eine teilweise Neubesetzung der Vollversammlung an. Nur die Hälfte der bisherigen Vollversammlungsmitglieder kandidiere wieder, erklärte Bockisch. Nach monatelangen Querelen mit der alten Kammer-Führung unter Präsident Jörgen Thiele und Hauptgeschäftsführer Klaus-Michael Rothe um den Führungsstil, mangelnde Transparenz und den millionenteuren Kammerneubau hatten sich die Kammerreformer deutlich durchgesetzt und die IHK-Mitglieder drei Viertel der Sitze in der Vollversammlung neu besetzt. Hans Thon, Unternehmer aus Parchim, war zum neuen Präsidenten gewählt, Hauptgeschäftsführer Rothe nach monatelangem Streit mit einer saftigen Abfindung aus dem Amt entlassen worden.

Nach sechs Jahren unter Reformerführung halten Beobachter einen erneuten Personalwechsel an der Kammerspitze für möglich. Kammerpräsident Hans Thon, der erneut für die Vollversammlung kandidiert, hat bislang nach eigener Aussage noch nicht über eine erneute Bewerbung für das Amt des Präsidenten entschieden, schloss sie aber auch nicht aus. Zunächst müssten die Wahlen zur Vollversammlung abgewartet werden, sagte er. Er habe in den vergangenen Jahren wertvolle Erfahrungen in der Kammerarbeit und an der Spitze der IHK gesammelt, die er gern dem nächsten Präsidenten weitergeben wolle.

Thon wertete die deutlich geringere Kandidatenzahl für die diesjährige Kammerwahl als Zeichen dafür, dass die Mitglieder mit der Arbeit der Kammerspitze „zufrieden“ seien. Kritiker hingegen sehen darin eine Abkehr vom bisherigen Reformerflügel in der IHK. Bei vielen Mitgliedern sei Ernüchterung eingekehrt, hieß es. Auch beim bisherigen Vize-Präsidenten Torsten Hecht steht eine Entscheidung für eine erneute Kandidatur für das Präsidium noch aus. Man habe „gute Arbeit“ gemacht, sagte er. Allerdings wäre es auch gut, wenn andere Unternehmer sich jetzt noch mehr in die Kammerarbeit einbringen würden. Eine Bewerbung für einen der fünf Sitze im Präsidium schloss allerdings auch er nicht aus.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen