25. MeLa : Jetzt noch größer und internationaler

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (r, SPD) und Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl stellten gestern das Programm für die Agrarmesse MeLa vor.
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (r, SPD) und Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl stellten gestern das Programm für die Agrarmesse MeLa vor.

Vor dem Hintergrund niedriger Milch- und Fleischpreise richten Bauern die 25. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung (MeLa) aus

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25. August 2015, 21:00 Uhr

Die Veranstalter der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) melden für die 25. Auflage einen Ausstellerrekord. Wie Christin Weinhold als Geschäftsführerin des Messe- und Ausstellungszentrums Mühlengeez (Landkreis Rostock) gestern sagte, werden vom 10. bis 13. September erstmals mehr als 1000 Aussteller aus zwölf Ländern erwartet. „Damit bekommt die größte Messe im Nordosten jetzt auch internationale Bedeutung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) bei der Vorstellung des Messeprogramms in Laschendorf bei Malchow.

So kämen erstmals Aussteller aus Spanien und Slowenien sowie aus China. Er hoffe zudem auf Gespräche mit Botschaftsvertretern Russlands, damit sich die wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Land wieder normalisieren.

Die Landwirtschaftsmesse, die als größte in Norddeutschland bezeichnet wird, zieht  jährlich  etwa 70 000 Besucher an. Gezeigt werden neben modernsten Geräten auch rund 1300 Tiere aus 200 Rassen.

Inhaltlich stehen die Probleme bei der Milchproduktion, die stark gefallenen Schweinefleischpreise und die Anwerbung neuer Arbeitskräfte im Zentrum der MeLa. Der Präsident des Landesbauernverbandes, Rainer Tietböhl, forderte EU, Bund und Länder auf, den Bauern dabei zu helfen. „Was im Moment läuft, hat nichts mit Markt zu tun“, sagte Tietböhl. Die Politik habe den Landwirten den Mindestlohn aufdiktiert, da könne sie nun auch etwas gegen die niedrigen Preise tun. Backhaus kündigte eine Stundung von Pachtzahlungen und Bürgschaften vom Land für Liquiditätsengpässe der Betriebe an.

Das „Tier der MeLa 2015“ soll das schwarz-weiße Milchrind der Rasse „Deutsche Holstein“ sein – die Kuh, die im Nordosten am häufigsten vertreten ist. So gibt es zwischen Ostsee und Seenplatte 250 000 Rinder, davon 180 000 Milchkühe, die zu 96 Prozent schwarz-weiße „Deutsche Holsteins“ sind.

Mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 9300 Liter pro Kuh habe die Züchtung bereits einen bundesweit hohen Wert erreicht, hieß es. Nun konzentriere man sich mehr auf Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Gesundheit der Tiere. Solche Leistungen zeigten, dass es den Tieren in der Agrarbranche gut gehe, sagte Tietböhl. „Tierwohl steht bei unseren Bauern oben an, denn sonst würden wir ja an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.“ Man könne über Fehler in der Landwirtschaft durchaus berichten, dürfe das aber nicht – wie oft in einzelnen Medien oder bei Interessengruppen – gleich auf alle Landwirte verallgemeinern.

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