Jeder im Landkreis erzeugt 416 Kilo Müll

Abfallaufkommen pro Kopf in MV unter Bundesschnitt / Mehr als 70 Prozent verwertet

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02. November 2014, 16:19 Uhr

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben 2012 mehr als 676 000 Tonnen Müll erzeugt – 423 Kilogramm Abfall pro Kopf, wie das Wirtschaftsministerium auf Anfrage unsere Redaktion mitteilt. Damit lag das Land, wie vier weitere Bundesländer, unter dem Bundesdurchschnitt von 456 Kilogramm Hausabfälle pro Einwohner. Die Sachsen produzierten im Ländervergleich am wenigsten Unrat. Hier kam jeder Bürger auf 320 Kilogramm. Das deutschlandweit größte Abfallaufkommen verzeichnete Rheinland-Pfalz mit 512 Kilogramm pro Einwohner.

Den größten Anteil am Haushaltsmüll in MV machten 2012 gewöhnlicher Haus- und Sperrmüll aus. Mehr als 373 000 Tonnen sammelten Entsorgungsbetriebe bei den Haushalten ein – je Einwohner 233 Kilogramm. Mehr als 213 000 Tonnen (134 kg/Kopf) setzten sich aus Wertstoffen zusammen, besonders Papier, gemischte Verpackungen und Glas. Dazu kamen 88 000 Tonnen (55 kg/Kopf) organische Abfälle wie Küchenreste und Abfälle aus Grünanlagen, Friedhöfen und Gärten.

Der meiste Müll in MV wurde in Schwerin und Rostock gesammelt. 485 bzw. 480 Kilogramm pro Kopf kamen hier zusammen. Es folgten die Landkreise Vorpommern-Rügen (465 kg/Kopf), Vorpommern-Greifswald (441 kg/ Kopf), Nordwestmecklenburg (416 kg/Kopf), Mecklenburgische Seenplatte (406 kg/Kopf) und Ludwigslust-Parchim (389 kg/Kopf). Der geringste Abfall fiel im Landkreis Rostock an (335 kg/Kopf).

Im Vergleich zu 2011 ist das Aufkommen von Haushaltsabfällen in MV um mehr als 21 000 Tonnen (40 kg/Kopf) gesunken. Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass diese Entwicklung anhält. „Nach ersten Erkenntnissen wird das Abfallaufkommen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung tendenziell rückläufig sein“, so eine Sprecherin. Das getrennte Sammeln von Abfällen werde sich zudem intensivieren. Der Grund seien verschärfte gesetzliche Auflagen. Damit werde voraussichtlich auch die Menge des Restmülls weiter sinken.

Erfreulich: Weniger als 30 Prozent des Haushaltsmülls in MV werden deponiert oder anderweitig beseitigt, mehr als 70 Prozent verwertet. Nur ein geringer Teil des Abfalls wird verbrannt, um Strom und Wärme zu gewinnen. Der Großteil wird recycelt. MV und die anderen Bundesländer erfüllen bereits die Recyclingquote der EU von 50 Prozent bis 2020.

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