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Anti-Diebstahltechnik aus MV : „Insect“ verfolgt Fahrraddiebe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Rostocker Unternehmen Fahrradjäger hat sich die Bekämpfung von Diebstählen zur Aufgabe gemacht.

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 20:45 Uhr

Ein „Insect“ soll ab Mai 2016 die Herzen von Fahrradbesitzern ruhiger schlagen lassen. Die Rede ist nicht von einem Krabbeltier, sondern von der Anti-Diebstahltechnik „Insect“ des achtköpfigen Rostocker Jungunternehmens Fahrradjäger. Dieses hatte im Oktober den bundesweiten Förderwettbewerb „Gründen-Live“ gewonnen.

Das unscheinbare „Insect“ – getreu dem Motto „klein, aber oho“ – soll künftig das erreichen, woran Polizeibeamte seit Jahren arbeiten: die Zahl der Fahrraddiebstähle deutschlandweit zu reduzieren. Das schwarze, etwa zehn mal 2,5 Zentimeter kleine Gerät ist eine Art Alarmanlage, das den Besitzer im Falle eines Diebstahls benachrichtigt, wie Steffi Wulf, Mitbegründerin von Fahrradjäger, erklärt. „Das ,Insect‘ wird am Fahrradrahmen befestigt“, erklärt Wulf. Es kann etwa an den Gewindelöchern von Trinkflaschenhalterungen angebracht werden. „Ist es verschlossen, kann es nur per Handy-App wieder geöffnet werden“. Das Gerät stellt sich beim Abstellen des Rades in einen Warnmodus und alarmiert seinen Besitzer per Bluetooth über die Handy-App, sobald es fortbewegt wird, erklärt sie.

Die Polizei ist skeptisch, ob sich mit der modernen Diebstahltechnik die teilweise organisierte Kriminalität bekämpfen lässt. „Zusätzliche Sicherheit ist natürlich immer begrüßenswert“, sagt Yvonne Hanske, Sprecherin der Rostocker Polizeiinspektion. „Wir müssen uns täglich mit zahlreichen Fahrraddiebstählen befassen und haben schon so einiges probiert.“

Einziges Manko des „Insects“: Die Bluetooth-Verbindung vom Fahrrad bis zum Besitzer reicht gerade einmal 100 Meter. Doch Fahrradjäger hat eine Lösung parat: Befindet sich der Besitzer weiter entfernt, werden andere Fahrradjäger-Mitglieder, die sich unmittelbar in der Nähe befinden, über die App alarmiert. Der Eigentümer bekomme dann von diesen per GPS automatisch die Standortinformationen seines gestohlenen Fahrrads zugesandt. „Wenn von den anderen Mitgliedern auch keiner da ist, gibt es zusätzlich noch eine Alarmanlage im Sinne von Licht- und Signaltönen“, erklärt Wulf. Je größer die Gemeinschaft ist, desto wahrscheinlicher wird es, den Dieben auf die Spur zu kommen. Die Bluetooth-Verbindung der Anti-Diebstahltechnik habe jedoch zwei wesentliche Vorteile, erklärt Wulf.

Einerseits könne damit eine Akkulaufzeit von einem Jahr garantiert werden. Zusätzlich werde keine Internet-Verbindung benötigt, was bedeutet, dass der Fahrradbesitzer selbst im Funkloch pausenlos über mögliche Diebstähle informiert wird. „Wir haben es uns zum Ziel gemacht, eine große Gemeinschaft aus Fahrradjägern zu kreieren“, erklärt die gelernte Biologin Wulf. Diese soll die Diebstahlrate von jährlich rund 315 000 Rädern senken. Das 40 Euro teure Gerät soll der künftigen „Insect“-Gemeinschaft dafür die benötigte Software liefern, um sich sekundenschnell auszutauschen. „Insekten sind die heimlichen Weltherrscher und das haben sie nur geschafft, weil sie total viele sind“, sagt Wulf.

Bislang gibt es rund 8100 Fahrradjäger, die derzeit noch die Vorgängerversion von „Insect“ – einen QR-Code-Aufkleber, der an dem Fahrrad angebracht wird – zum Schutze ihres Eigentums verwenden.

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