zur Navigation springen

Arbeitsmarkt-Zahlen vorgelegt : Im Februar weniger Arbeitslose im Nordosten

vom

Der letzte Wintermonat weckt auf dem Arbeitsmarkt Frühlingsgefühle. Die Arbeitslosenzahl verringert sich leicht. In den kommenden Monaten erwarten Experten einen kräftigen Anstieg der Beschäftigung.

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 11:04 Uhr

Vorfrühling auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern: Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen leicht um 700 gesunken. 101 500 Männer und Frauen waren ohne Arbeit, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 12,2 Prozent und damit um einen Prozentpunkt niedriger als im Februar 2014. Vor einem Jahr waren 111 600 Menschen erwerbslos.

Vor zehn Jahren, nach der Einführung von Hartz IV, seien im Nordosten 211 600 Arbeitslose gemeldet worden, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann.

Der aktuelle Trend dokumentiere die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Im Februar seien 4100 freie Stellen gemeldet worden - 150 oder 3,9 Prozent mehr als im Februar 2014. Vor allem im Gastgewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen würden Mitarbeiter gesucht. In den kommenden Monaten erwarte sie eine kräftige Belebung wegen der guten Konjunktur, des positiven Konsumklimas und der wachsenden Personalnachfrage, sagte Haupt-Koopmann.

Aus der Opposition kamen vorsichtigere Töne. „101 500 arbeitslosen Menschen standen im Februar 2015 gerade mal 4500 offene Stellen (...) gegenüber“, sagte der Arbeitsmarktexperte der Linksfraktion, Henning Foerster. Das Angebot reiche nicht, um allen, die arbeiten können und wollen, auch ein Angebot am ersten Arbeitsmarkt zu machen. 2014 hätten im Durchschnitt mehr als 27 000 Menschen Arbeitslosengeld bezogen, 65 000 Arbeitslose Hartz-IV-Leistungen.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Mecklenburg-Vorpommern weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Zweistellige Arbeitslosenquoten haben sonst nur noch Sachsen-Anhalt, Berlin und Bremen.

Erfreulich nannte es Haupt-Koopmann, dass im Februar die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren sank, im Vergleich zum Februar 2014 um 2100. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen habe sich im gleichen Zeitraum deutlich verringert und zwar um 3900 oder 10,6 Prozent. Eine Entwarnung gebe es aber nicht. Zwar hätten mehr Langzeitarbeitslose als im Jahr zuvor eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt erhalten, doch reiche dies bei weitem nicht aus. „Bei aktuell 32 700 Langzeitarbeitslosen muss deutlich mehr geschehen“, forderte sie.   Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) sagte, es reiche nicht aus, Langzeitarbeitslosen Jobs anzubieten. „Wer erst einmal längere Zeit aus dem Arbeitsprozess raus ist, braucht passgenaue Beratung und intensive Betreuung durch die Jobcenter.“ Auch die Unternehmen müssten ihren Teil beitragen. „Lediglich den Mangel an Fachkräften zu beklagen nützt wenig“, sagte Hesse. Für Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist entscheidend, dass mehr Stellen zur Verfügung stehen. „Die Zahlen gehen in die richtige Richtung: Wir haben weiter einen dynamischen Arbeitsmarkt“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen