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Kammer Rostock sauer : IHK-Fusion ist vom Tisch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwerin bleibt Fusionsbeschluss schuldig. Rostock besetzt den Chefposten neu – fast 100 Bewerbungen

Kammern auf Distanz: Die Fusion der beiden größten Wirtschaftskammern, der IHK Schwerin und Rostock, ist geplatzt. Ab 2015 werde es keine gemeinsame Kammer geben, erklärte Rostocks Kammerpräsident Claus Ruhe Madsen gegenüber unserer Redaktion. Rostock und Schwerin hatten darüber verhandelt, ab 2015 die Interessen der knapp 61 000 Mitgliedsfirmen in einer gemeinsamen Kammer zu vertreten. Angesichts der für 2014 anstehenden Kammerwahlen sollte ausgelotet werden, ob gemeinsame Wahlen zum Parlament der Wirtschaft durchgeführt werden könnten. Für den Fall sollte bis Ende 2013 eine Einigung erzielt werden – erfolglos. In Schwerin fehlt nach wie vor ein Fusionsbeschluss. „Es ist schade, dass es beide Kammern nicht geschafft haben“, meinte Rostocks Kammerpräsident Claus Ruhe Madsen: „Das enttäuscht mich.“ Mit der Zusammenlegung wollten die Kammern den Mitgliedsunternehmen einen besseren Service und ein breiteres Leistungsspektrum bieten, die Kammerarbeit verbessern und trotzdem in den Regionen präsent bleiben. Externe Berater hatten ein Einsparpotenzial von bis zu einer Million Euro pro Jahr prognostiziert. „Die Unternehmen sollen mehr für ihren Mitgliedsbeitrag bekommen“, hatte Madsen erklärt.

Mit der Absage ist eine Kammerfusion für die nächsten Jahre vom Tisch: Der Termin sei bei dem Zeitdruck nicht zu halten gewesen, erklärte Schwerins IHK-Chef Hans Thon gestern: „Sorgfalt geht vor Geschwindigkeit.“ Dennoch solle die Zusammenarbeit verstärkt werden. Thon: „Es kann sein, dass es am Ende zu einer Fusion kommt.“

Rostock zieht aus den ergebnislosen Verhandlungen jetzt Konsequenzen: Der wegen der Fusionsverhandlungen nicht besetzte Posten des IHK-Hauptgeschäftsführers wird im Frühjahr neu vergeben. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist Ende 2013 hatten sich fast 100 Interessenten beworben, teilte Madsen mit – auch aus dem Ausland. Der bisherige IHK-Chef Andreas Sturmowski hatte im Frühjahr 2013 nach Untreuevorwürfen nach nur eineinhalb Jahren an der Kammerspitze alle Ämter niedergelegt. Jetzt werde eine neunköpfige Findungskommission des Präsidiums und der Vollversammlung einen geeigneten Bewerber auswählen.

Die Wahl des Spitzenpersonals gerät für die Kammern seit Jahren zum Desaster: In Rostock steht mittlerweile der vierte Chefwechsel binnen zehn Jahren an, Schwerin zählt drei Chefs innerhalb von fünf Jahren.
Seite 2: Kommentar

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erstellt am 04.Jan.2014 | 10:00 Uhr

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