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Neue Nester entdeckt : Hubschrauber gegen die Spinner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Biozid gegen Eichenprozessionsspinner - Brennhaare gefährlich für Menschen

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 20:30 Uhr

Klein, gefräßig, gefährlich: Trotz massiver Bekämpfung aus der Luft hat sich der für den Menschen gesundheitsschädigende Eichenprozessionsspinner in Teilen Südmecklenburgs wieder neu angesiedelt. An Zweigproben in den im vergangenen Jahr stark befallenen Gebieten seien zwar deutlich weniger Eigelege gezählt worden, erklärte Pflanzenschutzexperte Joachim Vietinghoff vom Landesamt für Landwirtschaft gestern in Rostock – zehnmal geringer als in Verbreitungsgebieten ohne vorherige Bekämpfungsmaßnahmen. An der Landesgrenze seien aber neue Spinner entdeckt worden – vermutlich zugeflogen aus Regionen, in denen 2013 nichts gegen den Spinner unternommen worden war.

Es ist die Seuche – rund um Ludwigslust, zwischen Hagenow und Lübtheen, Eldena, Dömitz, nahe Boizenburg in Westmecklenburg, seit diesem Jahr erstmals auch in Schwerin, Einzelfälle im Landkreis Rostock und Mecklenburgische Seenplatte: Die Schädlinge haben sich an Alleebäumen, aber auch auf Bäumen in Wohngebieten, Parks und Spielplätzen festgesetzt.

Für den Menschen sind die so genannten Brennhaare gefährlich – 0,3 Millimeter lange Haare mit Widerhaken. Nach Kontakt können rote Flecken, Quaddeln, Pusteln auftreten. Werden die Haare eingeatmet, können sie Husten, Bronchitis oder Asthma hervorrufen. Im Raum Dömitz waren vor zwei Jahren hunderte Krankheitsfälle gemeldet worden.

Ab Mai soll der Spinner in Südmecklenburg wieder aus der Luft bekämpft werden. Darauf haben sich Kreise und Land bei einem Krisengipfel in Schwerin geeinigt, teilte das Sozialministerium gestern mit. Derzeit würden die Flugkarten erstellt. Die Hubschrauber sollen voraussichtlich in der ersten Maihälfte über den Gebieten mit Spinnerbefall aufsteigen und das Biozid Foray-ES ausbringen. Damit solle die schnelle Ausbreitung eingedämmt werden, sagte Vietinghoff: „Wir müssen den Druck aus dem Kessel nehmen.“ Der Hubschraubereinsatz, der von Land, Kreisen und Gemeinden finanziert werde, werde das Ausmaß des Vorjahres nicht überschreiten. „Das ist die absolute Obergrenze“, so Vietinghoff. 2013 war der Spinner auf 2500 Hektar aus der Luft bekämpft worden. Einzelne Gemeinden hatten nach Protesten der Bevölkerung den Einsatz abgelehnt. Über dicht bebauten Gebieten würden die Hubschrauber nicht eingesetzt, sicherte das Sozialministerium zu. Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit Jahren Richtung Nordosten aus. Inzwischen sind zehn Bundesländer betroffen.


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