Aufschlag für das Königsgemüse : Höhere Lohnkosten heben Spargelpreise

 Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Landwirte in MV verlangen 10 bis 20 Prozent mehr / Anstich Ende März

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14. März 2015, 16:00 Uhr

Aufschlag für das Königsgemüse: Nach der Einführung des Mindestlohns und steigenden Lohnkosten für Erntehelfer ziehen die Spargelbauern in MV die Preise an. Das Stangengemüse wird in diesem Jahr im Schnitt zehn, teilweise um fast 20 Prozent teurer, ergab eine Umfrage unter den großen Anbauern in MV. Nach dem Tarifvertrag würden ab diesem Jahr die Löhne für die Erntehelfer in der untersten Lohngruppe auf 7,20 Euro und bis 2017 schrittweise auf 8,50 Euro steigen, erklärte Edwin Albrecht, Betriebsleiter des Spargelhof Neverin (Mecklenburgische Seenplatte). Dadurch müssten auch die Preise etappenweise erhöht werden – um 50 bis 60 Cent je Kilo in diesem Jahr. Je nach Qualitätsklasse werde der Spargel zwischen zwei und etwa 7 Euro kosten. Preissteigerungen auch auf dem Hof Mecklenburger Frische in Gülzow-Prüzen im Landkreis Rostock: Das Gemüse werde zwischen fünf und zehn Prozent teurer, kündigte Hof-Chefin Yvonne van Laer an. Auf dem Hof Denissen (Ludwigslust-Parchim) seien zwar bereits in den Vorjahren Löhne auf Mindestlohnniveau gezahlt worden, sagte Michaela Denissen. Nach Jahren der Preisstabilität werde der Spargel in diesem Jahr aber durch die allgemeinen Kostensteigerungen teurer – um mehr als zehn Prozent. Die Preisspanne reiche je nach Güteklasse von wenigen Euro je Kilogramm bis zu 8,50 Euro in der höchsten Güteklasse. Dennoch: „Spargel bleibt erschwinglich“, meinte Albrecht. Der ehemalige Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände, Hans-Dieter Bremer, hatte 2014 erklärt, mit dem Mindestlohn „können wir uns die Erdbeeren und den Spargel nicht mehr leisten“. Panikmache, wies der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Befürchtungen der Arbeitgeber zurück: „Die Verunsicherung der Feinschmecker wird sich als absurd erweisen“, erklärte DGB-Landeschef Uwe Polkaehn.

Indes bereiten sich die Bauern auf den Erntebeginn vor. Wenn die Witterung so bleibe, könne Ende März mit dem ersten Spargel gerechnet werden, sagte Denissen – in der Mecklenburgischen Seenplatte und der Region Rostock Mitte/Ende April. Inzwischen kündigt sich aber ein deutlicher Anbaurückgang an. Steigende Auflagen und wachsende Bürokratie nach der Einführung des Mindestlohns belasteten den Anbau, kritisierte van Laer: „Das demotiviert Unternehmer.“ Ihr Spargelhof Mecklenburger Frische werde daher nach dieser Saison den Anbau deutlich reduzieren.  

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