Geflügelhalter : Hochsaison für Gänsebraten

Auf dem Geflügelhof Raden haben die Mitarbeiter jetzt alle Hände voll zu tun.
Auf dem Geflügelhof Raden haben die Mitarbeiter jetzt alle Hände voll zu tun.

Am 11. November ist Martinstag. Der läutet traditionell das Jahresfinale ein.

svz.de von
11. November 2014, 11:41 Uhr

Mit ausgebreiteten Armen treibt Melanie Fey ein paar Hundert Gänse kurz vor Einbruch der Dunkelheit in den Stall. Viel muss die „Mitarbeiterin für alles“, wie sie sich selbst bezeichnet, dafür nicht tun. „Die Tiere sind inzwischen sieben Monate hier und kennen den Tagesablauf aus dem ff“, sagt sie. Seit Anfang November werden es allerdings von Tag zu Tag weniger Gänse. „Am 11. November ist Martinstag. Der läutet für uns traditionell das Jahresfinale ein“, sagt Hofinhaber Manfred Flaig.

Der Ausbruch der Geflügelpest in Vorpommern hätte das Geschäft zum Jahresende noch verderben können. Doch auf dem Geflügelhof konnte man nach dem ersten Schrecken aufatmen: Die Gänse und Enten müssen nicht in die Ställe wie in Betrieben, die an der Küste oder an Binnenseen in der Nähe von Wasservogelrastplätzen liegen. Wie Flaigs Lebenspartnerin Karola Pieper sagte, wäre es nicht machbar gewesen, alle Tiere in Ställen unterzubringen. Nun hoffen sie, dass sich die Seuche nicht weiter ausbreitet. Flaig und Pieper betreiben in Raden bei Lalendorf einen Geflügelhof, wo sie Federvieh in ökologischer Freilandhaltung mästen. Das Familienunternehmen gehört heute zu den zehn größten Betrieben seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern, mit einem eigenen, nach EU-Richtlinien ausgebauten Schlachthaus.

Wie viele Gänse im Land gehalten werden, ist nicht einmal dem Geflügelwirtschaftsverband bekannt. Geschäftsführerin Silvia Ey verweist in diesem Zusammenhang auf eine unvollständige Statistik. „Halter mit weniger als 250 Gänsen sind nicht auskunftspflichtig.“ Die jüngste Bilanz weise lediglich rund 8000 Gänse aus. Händlern zufolge wurden aber allein in diesem Frühjahr mehr als 20 000 kleine Gössel ausgeliefert, vor allem an Privathaushalte.

Im kleinen Verkaufsraum direkt auf dem Geflügelhof in Raden liegen bereits etliche Gänse abholbereit. „Wer auf Fleischqualität Wert legt, zahlt auch den einen oder anderen Euro mehr“, meint Melanie Fey und lässt erst gar keine Preisdiskussion im Vergleich mit Angeboten bei Discountern aufkommen. Der Rentner Erhard Rademann aus Rostock kommt schon seit vielen Jahren nach Raden. Auch diesmal kauft er eine Martinsgans. „Wenn ich nach Teterow fahre, sehe ich die Gänse fast das ganze Jahr über auf der Weide. Freilandgeflügel ist einfach nicht zu toppen“, meint er.


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