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Anlagenotstand : Hauskäufer zahlen an der Küste jeden Preis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In MV werden Immobilien knapp / Auf Rügen Quadratmeterpreise bis 5000 Euro

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 07:46 Uhr

In MV können sich Hausverkäufer vor Angeboten kaum retten: Schwerin, Rostock, Greifswald, Ludwigslust, Hagenow – mehrere Jahre alte Häuser zu marktgerechten Preisen seien am Markt knapp, erklärte Mathias Wahsenak, Chef der Maklergesellschaft der Ost-Sparkassen LBS Immobilien: „Jedes Einfamilienhaus könnte zweimal verkauft werden.“

Vor allem in den Städten und an der Küste sei die Nachfrage groß: „In der ersten Reihe an der Ostsee kann fast jeder Preis verlangt werden.“ Einheimische, Hamburger oder Bayern: Es gebe genügend Interessenten, die einen Alterswohnsitz oder angesichts der niedrigen Kapitalmarktzinsen eine lukrativere Anlageform suchten. Auf Rügen würden Quadratmeterpreise von 4000 bis 5000 Euro verlangt. Die Sparer steckten im Anlagenotstand. „Viele wissen nicht, wohin mit dem Geld“ und kaufen Immobilien, erklärte Werner Schäfer, Vorstandschef der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG.

In Schwerin etwa würden inzwischen für eine Villa schon mal 900 000 Euro verlangt, sagte Ulrich Kempf, Vorstand der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Für renovierte Häuser im Schlossgarten müssten zwischen 500 000 und 800 000 bezahlt werden. Gute Lage und Renditeaussichten, Wasserblick, nicht weiter als fünf Kilometer rund um den Dom: Da seien die Immobilien am wertbeständigsten, so Kempf. Dabei sind die Preise in MV noch vergleichsweise günstig: In München würden noch 50 Kilometer außerhalb der Stadt für eine Doppelhaushälfte 650 000 bis 750 000 Euro verlangt.

Auch in ländlichen Bereichen gebe es eine starke Nachfrage, meinte Kempf – allerdings zu niedrigeren Preisen. Koste in Schwerin-Friedrichstal ein Einfamilienhaus 150 000 Euro seien dafür 30 Kilometer weiter nur 90 000 Euro zu bezahlen, erklärte Kempf. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sei häufig eine gute Verkehrsanbindung. Für die derzeit niedrigen Bauzinsen würden Käufer dann auch weitere Wege in Kauf nehmen, so Kempf.


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