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Arbeitsmarktgipfel Schwerin : Handwerker bieten Flüchtlingen Jobs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitsmarktgipfel heute in Schwerin / Wirtschaft organisiert Sprachkurse

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Jobsuche für Flüchtlinge: Handwerk und Industrie in Mecklenburg-Vorpommern wollen Hunderte junge Asylsuchende für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt fitmachen. Bei einem Integrationsgipfel heute in Schwerin starten Sozialpartner, Arbeitsverwaltung und das Land eine Arbeitsmarktinitiative zur Integration von Flüchtlingen. Zu dem Treffen haben sich mehr als 200 Spitzenvertreter angesagt.

Deutschkurse und Kontakte zu Firmen: Die Unternehmen greifen immer häufiger auf ausländische Mitarbeiter zurück. So hätten bereits heute 18 Prozent der Firmen ausländische Fachkräfte beschäftigt, weitere 18 Prozent planen entsprechende Einstellungen, ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Schwerin. Derzeit würden bereits 230 ausländische Jugendliche ausgebildet, im kommenden Jahr sollen 256 weitere hinzukommen. Angesichts des in jedem zweiten Unternehmen als bedeutenden Risikofaktor gesehenen Fachkräftemangels gebe es keine plausiblen Argumente, Flüchtlingen eine berufliche Perspektive in MV zu verwehren, wandte sich IHK-Präsident Hans Thon gegen Vorbehalte.

Auch das Handwerk wolle selbst anpacken und werde in Kürze im Kammer-Bildungszentrum Sprachkurse für Flüchtlinge organisieren, kündigte Edgar Hummelsheim, Chef der Handwerkskammer Schwerin an. Auch Praktika sollen angeboten werden. Viele Betriebe seien daran interessiert, Flüchtlinge für einen der freien Ausbildungsplätze zu gewinnen. „Wer sich einbringen will, der ist uns willkommen“, sagte Hummelsheim: „Wir sehen uns in der Verantwortung.“ Die Ausbildung hunderter junger Leute aus krisengeschüttelten Ländern in Süd- und Osteuropa zeige das Interesse der Unternehmen an ausländischem Personal. Er sei zuversichtlich, dass Asylsuchende bei Erfüllung bestimmter Vorbedingungen eine Chance auf dem Lehrstellen- und Arbeitsmarkt bekämen. Jetzt müssten zügig Verfahren entwickelt werden, wie Flüchtlinge schnell zur Ausbildungsreife geführt werden könnten. Dazu müssten in erster Linie die Sprachkenntnisse für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive verbessert werden. So könne nicht nur Migranten auf dem Weg in den Arbeitsmarkt geholfen, sondern auch der Fachkräftemangel im Handwerk gelindert werden. Viele der ankommenden Asylsuchenden seien junge Männer, die im Handwerk willkommen seien, sagte Hummelsheim. Das Handwerk in Westmecklenburg suchte Ende September noch für knapp 150 Stellen händeringend Bewerber. Landesweit waren zu Beginn des Ausbildungsjahres 2015/16 Anfang September 3500 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt.  

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