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Stralsund : Hängepartie auf Volkswerft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land vertagt Entscheidung / Investoren bleiben Finanzierungsnachweis schuldig

Die Zukunft der insolventen P+S-Werft Stralsund bleibt offen: Das Landesregierung vertagte gestern eine Entscheidung über den Verkauf des Schiffbaubetriebes und der beiden noch nicht fertiggestellten Großfähren. Es gebe jeweils zwei Angebote sowohl für die Werft als auch für die Schiffe, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) nach der Tagung des Koalitionsausschusses am Abend in Schwerin. „Wir wollen rasch eine tragfähige Lösung finden“, sagte der Regierungschef. Noch fehlten aber in allen Fällen die Finanzierungsnachweise. Keines der Angebote sei so, dass das Land voll dahinterstehen könne: „Wir sind nicht 100-prozentig von einer nachhaltigen Lösung für den Standort überzeugt.“

Für die Werft gibt es zwei Angebote – sowohl von den Nordic-Werften in Wismar und Warnemünde durch den russischen Investor Witali Jussufow sowie von der Hamburger Windkraft-Investmentfirma New Global Wind. Die Hanseaten hatten zuletzt am Wochenende nachgebessert. Das Unternehmen will 80 Millionen Euro in Stralsund investieren, bis 2017 rund 1000 Mitarbeiter beschäftigen und den Standort zu einem führenden Zentrum für Windenergie entwickeln. Jussufow will zudem die beiden Großfähren übernehmen und fertigbauen. Dafür sind, so heißt es, noch einmal 100 Millionen Euro notwendig. Alle Angebote würden geprüft, sagte Wirtschaftsminister Hatrry Glawe (CDU). Sellering zufolge müsse bis spätestens Mai eine Entscheidung fallen: „Wir setzen nicht auf Schnelligkeit, wir brauchen eine tragfähige Lösung. Sehenden Auges von einer Lösung nicht überzeugt zu sein, dass wäre unverantwortlich“, sagte Sellering.

Das Land konnte sich auch beim Verkauf der beiden Fähren nicht entscheiden. Auch dafür gebe es zwei Angebote – etwa gleichwertige, sagte Sellering. Allerdings fehlten auch dafür die Finanzierungsnachweise. Das Land ist einer der Hauptgläubiger, sein Votum ist entscheidend für den Zuschlag. Die Fähren würden in einem Bieterverfahren verkauft – „das Höchstgebot entscheidet“, sagte Sellering. Ob die beiden Schiffe letztlich in MV fertiggebaut würden und im Land für Arbeit sorgten, gehöre nicht zum Verfahren. Die Interessenten hätten jetzt die Gelegenheit, ihre Angebote nachzubessern. Für die ursprünglich für Scandlines gebauten Fähren hatte die deutsch-dänische Reederei in den letzten Woche ein neues Angebot abgegeben – 30 Millionen Euro. Auch Nordic bietet um die Fähren mit, die wegen des zu großen Tiefganges von Scandlines zunächst nicht abgenommen wurden. Die Kaufangebote liegen deutlich unter dem ursprünglich veranschlagten Preis von insgesamt 184 Millionen Euro. Wie es hieß, drängt die Zeit. Zumindest für das Scandlines-Angebot soll Ende Januar die Frist auslaufen.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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