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Schiffbau : Großfähren zum Schnäppchenpreis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Scandlines will in Stralsund doch noch zwei Schiffe kaufen – für 25 statt 184 Millionen

Die deutsch-dänische Reederei Scandlines will die zuvor verschmähten Fähren der insolventen P+S-Werft nun doch haben. Scandlines habe ein Angebot für die beiden Schiffe abgegeben, sagte Unternehmenssprecherin Anette Ustrup Svendsen gestern in Kopenhagen. Man hoffe auf eine möglichst schnelle Entscheidung der Insolvenzverwaltung. Wie es gestern hieß, will Scandlines insgesamt 25 Millionen Euro für beide Schiffe bezahlen.

Scandlines war nach der P+S-Insolvenz im Herbst 2012 vom Vertrag zurückgetreten und hatte das mit dem zu starken Tiefgang der Schiffe für die Strecke Rostock-Gedser begründet. Die Schiffe – für die ursprünglich ein Kaufpreis von 184 Millionen Euro vereinbart worden war – sollen nach einem möglichen Kauf laut Scandlines von einer anderen Werft fertiggestellt werden. Das Gewicht der Fähre solle minimiert werden, um den Tiefgang zu verringern.

Auch die Insolvenzverwaltung bestätigte Gespräche. Ziel sei es, die Verhandlungen bald abzuschließen und das Ergebnis dem Gläubigerausschuss vorzulegen, sagte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann. Einen Termin für die nächste Sitzung des Gläubigerausschusses gibt es bislang noch nicht.

Der Erlös aus dem Verkauf der Fähren steht den Sicherungsgläubigern zu. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Nord/LB müssen deshalb entscheiden, ob sie sich mit einem geringeren als dem ursprünglich kalkulierten Preis zufriedengeben.

Die beiden Fähren sollten ursprünglich als Aushängeschilder auf der Ostsee von der Leistungsfähigkeit der Volkswerft Stralsund künden. Dreieinhalb Jahre nach Baubeginn haben die beiden Dampfer der Werft aber kein Glück gebracht. Zu schwer, immer wieder Bauzeitverzögerungen, Mehrkosten durch unfertige Baupläne: Der Werft blieb am Ende nur der Gang zum Insolvenzgericht – und sucht seit Monaten einen Käufer. Während die Volkswerft Gefahr läuft, dass im Dock bald für immer die Brenner ausgehen werden, macht die Scandlines-Reederei Kasse: Schon vor einem Jahr soll die Reederei dem Insolvenzverwalter 30 Millionen Euro für beide Schiffe geboten haben, jetzt sind es noch einmal fünf Millionen Euro weniger.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 07:42 Uhr

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