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Im Stall wird es eng : Groß, größer, noch größer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In MV leben bis zu 24 000 Mastschweine, 966 000 Masthähnchen oder 18 470 Rinder jeweils in einer Anlage

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Sie kennen kaum Grenzen: groß, größer, noch größer – allen Debatten um tierartgerechtere Haltungsbedingungen zum Trotz haben die Bauern in MV Hühner, Schweine und Rinder in Ställen mit weit mehr Tierplätzen eingestellt, als die derzeit diskutierten Obergrenzen vorsehen. So schlägt das im Agrarbündnis MV vor, nicht mehr als 600 Rinder in einem Milchviehbetrieb sowie 950 Masttiere und 150 Sauen in einem Schweinebetrieb zu halten. Selbst Agrarminister Till Backhaus (SPD) nach einer Reihe von Tierschutzskandalen über Tierobergrenzen nachgedacht: nicht mehr als 500 Sauen und 800 Milchkühe je Stall, hatte er vorgeschlagen. Festgeschriebene Obergrenzen blieb er aber sowohl im Tierschutzkonzept als auch im Masterplan zur Neuausrichtung der Landwirtschaft schuldig.

In den Ställen bleibt es eng: So haben Mäster in MV im Schnitt 4270 Schweine und 912 Sauen eingestallt, ermittelte das Statistische Amt. Die Wohngemeinschaften für Tiere könnte unterschiedlicher nicht sein: In Losten in Nordwestmecklenburg müssen sich 24 000 Mastschweine einen Stall teilen, teilte das Wirtschaftsministerium 2014 auf eine Kleine Anfrage der grünen Landtagsabgeordneten Jutta Gerkan mit. In Börzow im Landkreis Nordwestmecklenburg leben nur 960 Mastschweine unter einem Dach. Größer fallen die Unterschiede im Hühnerstall aus: In Bresegard im Landkreis Ludwigslust-Parchim leben 32 000 Hähnchen in einem Stall, auf einem Geflügelhof in Bassin im Landkreis Vorpommern-Rügen 966 000. Gedrängel auch im Rinderstall: In den 262 Ställen, die nach den Umweltauflagen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes betrieben werden, leben in Güstrow 370 Rinder unter einem Dach, während sich in Friedrichshagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald 18 470 Tiere in einer Anlage einen Platz suchen müssen.  

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