Ukraine : Gewalt bleibt Gewalt

svz.de von
18. März 2014, 21:55 Uhr

Viel ist dieser Tage über Putins Motive in der Ukraine-Krise gerätselt worden. Warum riskiert er wegen der Krim eine Konfrontation mit dem Westen, deren Ende nicht abzusehen ist? Gestern redete der Kreml-Chef Tacheles. Entkleidet man seine Worte von propagandistischen Hüllen, so bleibt die nackte Botschaft: „Der Westen bedroht uns und will Russland unterdrücken.“ Wahr daran ist, dass der Westen in seiner Russland- und Osteuropa-Politik nach dem Kalten Krieg viele, zum Teil dramatische Fehler gemacht hat. Demokratie- und Kapitalismus-Export – hinter denen sich ein neokolonialistischer Ansatz verbarg. Genauso klar muss man aber auch nach Fehlern auf russischer Seite fragen. Putin hat nach dem Chaos der Jelzin-Jahre die staatliche Ordnung wieder hergestellt. Dabei hat er sich große Verdienste erworben. Doch heute steht hinter Putins Zorn-Rede nicht die Sorge um Wohl und Wehe Russlands, sondern die Angst um die eigene Herrschaft.

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