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Insolvenz : Geschäftsmann muss zahlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit 10 000 Rosen wirbt der „Garten von Marihn“ und war auch Teil der Buga 2009. Dann gab es Streit mit dem Land um Fördergelder. Der Geschäftsführer und Begründer des Projekts wurde jetzt verurteilt

Im Streit zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Gründer des „Gartens von Marihn“, Horst Forytta, hat das Amtsgericht Neubrandenburg ein Urteil gesprochen. Der Geschäftsmann wurde am Donnerstag wegen mehrfachen Bankrotts und Insolvenzverschleppung zu einer Geldstrafe verurteilt, wie eine Sprecherin des Amtsgerichtes gestern sagte. Forytta habe die Vorwürfe vor Gericht gestanden und soll 1800 Euro Strafe zahlen.

Bei der Strafhöhe berücksichtigte das Gericht das derzeitige Einkommen des Geschäftsmannes, der es mit rund 600 Euro monatlich angegeben hatte. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg ermittelt aber gegen den Ex-Geschäftsführer in einem weiteren Fall: Beiträge von Beschäftigten zur Sozialversicherung sollen nicht ordnungsgemäß gezahlt worden sein, wie eine Sprecherin der Behörde gestern sagte. Das hat der Beschuldigte bisher bestritten.

Der 61-Jährige hatte den Gutsgarten Marihn (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) wiederbelebt, der 2009 auch Außenstandort der Schweriner Bundesgartenschau war. Danach kam es wegen eines komplizierten Firmengeflechts im Umfeld des Parks zum Streit mit dem Agrar- und dem Wirtschaftsministerium. Der aus Marihn öffentlich kritisierte Agrarminister Till Backhaus (SPD) stoppte wegen „Zweifeln an einer ordnungsgemäßen Geschäftsführung“ die Zahlung von Fördergeldern an Foryttas gemeinnützige Gartenakademie. Diese hatte rund 800 000 Euro an Förderung erwartet und eingefordert. Die Akademie und weitere Firmen im Umfeld gingen danach in Insolvenz, bereits eingestellte Gartenfachleute wurden entlassen. Es gebe in Marihn eine sehr enge personelle Verflechtung von Firmen mit der Gartenakademie, hatte Backhaus, der sich auch aus dem Kuratorium in Marihn zurückzog, damals erklärt. Gestern wollte sich der Minister nicht äußern.

Das Schweriner Wirtschaftsministerium forderte 2013 in dem Zusammenhang ebenfalls 600 000 Euro Fördergelder von den Betreibern von Schloss und Garten Marihn zurück. Wie eine Sprecherin sagte, laufe dieses Verfahren noch. Der etwa 30 Hektar große Guts- und Landschaftsgarten, in dem 10 000 Rosen stehen, wird unabhängig von dem Streit weiter betrieben, Besucher können ihn gegen einen Obulus besichtigen, wie es gestern hieß.

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