zur Navigation springen

Sondersitzung angesetzt : Gefolgschaft verweigert: IHK-Parlament sitzt nach

vom

Nachsitzen für das Parlament der Wirtschaft: Mehr als die Hälfte der 44 Vollversammlungsmitglieder der IHK Schwerin hat dem Gremium beim letzten Treffen die Gefolgschaft versagt.

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2011 | 08:45 Uhr

Schwerin | Nachsitzen für das Parlament der Wirtschaft: Mehr als die Hälfte der 44 Vollversammlungsmitglieder der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK) hat dem Gremium beim letzten Treffen die Gefolgschaft versagt und eine Teilnahme an der Vollversammlungssitzung abgesagt - ein bislang einmaliger Vorgang. Dem Parlament fehlte die Beschlussfähigkeit, so dass anstehende Entscheidungen vertagt werden mussten, teilte die Kammer jetzt mit. Die Vollversammlung muss nun nachsitzen: Mitte April kämen die Mitglieder zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um Beschlüsse nachzuholen. Inzwischen wirbt die Kammer persönlich bei allen Vollversammlungsmitglieder um die Teilnahme an der Sondersitzung. Ein übliches Verfahren, meint Kammerpräsident Hans Thon.

Die Termine für die Parlamentssitzungen sind Wochen im voraus bekannt. Bei vielen Mitgliedern habe es aber Terminschwierigkeiten gegen, erklärte Präsident Thon den hohen Fehlstand. Kritiker meinen hingegen, Unzufriedenheit bei einigen Mitgliedern habe zur massenweise Absage beigetragen. So mache sich Frust darüber breit, dass die nach den Kammerwahlen von den so genannten Reformern angekündigten Veränderungen in der Kammer weitgehend ausgeblieben seien. Die Euphorie der Anfangsjahre sei vergangen, viele seien von der Wirklichkeit eingeholt worden, sagen Kammermitglieder. Mancher Ehrenamtler habe die Lust verloren, in der Vollversammlung mitzuarbeiten, heißt es. Es mag "den einen oder anderen geben, der mehr erwartet hat", wehrte Thon Kritik ab. Es sei aber viel erreicht worden.

In der IHK Schwerin war es bei den letzten Kammerwahlen 2008 zu einem Machtwechsel gekommen. Die Vollversammlung war seinerzeit zu drei Viertel neu besetzt worden. Nur neun ehemalige Vollversammlungsmitglieder waren bestätigt worden. Vor allem die Rebellion eines Teils der Unternehmer an dem überteuerten neuen Kammerbau und gegen zu hohe Mitgliedsbeiträge hatte den Reformern 2008 zum Sieg bei den Kammerwahlen verholfen. Nur: Seit mehr als einem Jahr residiert die Kammer in dem neuen IHK-Bau. Auf Beitragssenkungen warten die Unternehmen ebenfalls noch immer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen