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Grevesmühlen : Garnelenfarm kann Nachfrage kaum decken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Frische, aber teure Pazifik-Garnelen von der Ostsee? Angesichts von tiefgefrorenen Billigangeboten in Supermärkten war dem Investor Kleinselbeck in Grevesmühlen anfangs viel Skepsis begegnet. Nach den ersten Monaten stellt er fest: Wir könnten das Doppelte verkaufen.

Vier Monate nach dem Start der Garnelenfarm in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) ist das Unternehmen von der Nachfrage nach fangfrischen Shrimps überwältigt. „Wir sind ausverkauft, die Nachfrage ist gigantisch“, sagte Investor Andreas Kleinselbeck, der als Seiteneinsteiger in die Branche kam, der Deutschen Presse-Agentur. Täglich würden den Becken 50 bis 60 Kilogramm Pazifik-Garnelen entnommen. Vor den Festtagen sollen es in Ausnahmen bis zu 80 Kilogramm White Tiger Prawns sein. Die Jahreskapazität der Farm „Cristalle Garnelen“ liegt bei 15 Tonnen.

Etwa die Hälfte der Delikatesse gehe an Sterne-Restaurants, darunter an zwölf Gastronomen aus Berlin, drei aus Mecklenburg-Vorpommern und weitere in Stuttgart, München, Köln, Frankfurt/Main und Mönchen- Gladbach. „Wir könnten doppelt so viel an die Gastronomie verkaufen“, sagte Kleinselbeck. Die Abnehmer der anderen Hälfte seien Privatkunden in ganz Deutschland und Österreich, die über den Online-Shop bestellen. Anfragen nach den norddeutschen Shrimps, die nach Angaben der Produzenten frei von Antibiotika und anderen schädlichen Zusätzen sind, gebe es auch aus Schweden, Dänemark, Holland und Belgien. Für Kunden dort könne die Farm jedoch ihr Frische-Konzept nicht gewährleisten, sagte Kleinselbeck. Die Garnelen werden in Styroporbehältern von einem Express-Dienst über Nacht zu den Kunden geliefert.

Der Betrieb der Farm verlangt ihrem Betreiber zufolge mehr Arbeit als zunächst gedacht. Er stellte bereits zwei zusätzliche Mitarbeiter ein. Jetzt seien vier Meeresbiologen und vier Mitarbeiter bei „Cristalle Garnelen“ und einer benachbarten Zwillingsanlage des Anlagenbauers Green Aqua Farming aus Wismar tätig.

Deutschland importiert pro Jahr laut Statistik 56 000 Tonnen Shrimps.

Farmen in Thailand, Indien, Vietnam oder Ecuador stehen jedoch immer wieder wegen Umweltschäden und dem Einsatz von Antibiotika in der Kritik. Das 1,6 Millionen Euro teure Projekt in Grevesmühlen wurde von der EU und vom Agrarministerium gefördert.

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