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Grüne Woche Berlin : „Frischer Fisch! Hier gibts frischen Fisch“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Müritzfischer verkaufen nicht nur ihre Ware, sondern züchten auch und sind im Angeltourismus aktiv

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 20:59 Uhr

„Frischer Fisch! Hier gibts frischen Fisch“, Steffen Steinbeck ruft durch die Halle. Er ist einer der Müritzfischer, die dieser Tage auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin die Werbetrommel für ihre regionalen Produkte rühren. „Wir bekommen täglich frische Ware aus unserer Hauptstelle in Waren“, erzählt er. „Unser Fisch steht für Qualität“, ergänzt sein Kollege Volker Siedschlag. Hinter den Müritzfischern verbirgt sich die Müritz-Plau GmbH, ein Unternehmen, das seine Anfänge in der ehemaligen DDR hatte. „Ursprünglich gab es zwei Fischerei-Gesellschaften in MV, die sich dann in den 60er-Jahren zusammenschlossen“, erklärt Siedschlag.

Was als ein Betrieb anfing, der ausschließlich Fisch an Kunden ausliefert, ist ein Unternehmen mit einem breiten Angebotsspektrum geworden. Die Müritzfischer bewirtschaften nicht nur rund 27  000 Hektar Pachtgewässer in Mecklenburg-Vorpommern, sondern sind auch in der Fischzucht und dem Angeltourismus aktiv. Darüber hinaus gibt es im Unternehmen eine eigene Fischmanufaktur. „Dort können unsere Kunden sehen, wie der Fisch verarbeitet wird“, so Siedschlag.

„Wir sind der größte Binnenfischerei-Betrieb Deutschlands. Unsere Pachtfläche umfasst rund 90 einzelne Seen und Fließgewässer an zehn Fischereistandorten“, sagt Siedschlag. Er selbst leitet den Standort in Plau im Landkreis Ludwigslust. In der Hochseesaison gehen dort täglich bis zu 100 Kilo verarbeiteter Fisch über die Theke. In der Regel seien es gelernte Fischer, die an den Standorten das Sagen haben. „Insgesamt haben wir rund 60 Fischer im Betrieb“, sagt Siedschlag. Ein Großteil von ihnen fährt jeden Morgen zum Angeln raus. Das Berufsbild des Fischers hätte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark gewandelt. „Der Fischer fischt nicht mehr nur, er ist auch ein Entertainer und Verkäufer“, betont Siedschlag. Gerade in den Sommermonaten sei es schwierig genug, Fisch aus den Gewässern zu ziehen. „Wir haben gelernt, das zu steuern, indem wir selber züchten. So werden zum Beispiel jährlich zehn bis 20 Millionen Maränen-Eier künstlich erbrütet. Dazu werden zur Laichzeit Fische gefangen, die Eier entnommen, befruchtet und in durchströmten Brutgläsern erbrütet“, erläutert Siedschlag.

Auf Nachhaltigkeit wird bei den Müritzfischern großer Wert gelegt. „Wir fischen nur so viel, wie auch gebraucht wird“, sagt Siedschlag. So würden die Fischbestände zu keiner Zeit gefährdet.

Auf Fischmärkten sei das Unternehmen nicht mehr aktiv. Der ambulante Handel sei schwer geworden, erklärt Siedschlag „Wir arbeiten mit verderblichen Waren. Wie der Fisch länger haltbar gemacht werden kann, wissen viele nicht mehr. Also kaufen sie keinen Fisch auf Fischmärkten.“

Um ein Verständnis für die Verarbeitung zu wecken, fahren die Müritzfischer seit zehn Jahren zur Grünen Woche – auch weil der Angeltourismus seit Jahren kontinuierlich zunehme. „An einigen Standorten bieten wir geführte Angeltouren an, wir verleihen aber auch Boote und verkaufen Angelkarten“, so Siedschlag. Auf die nächste Saison freut er sich schon. „Im Mai geht es wieder los.“

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