Remos Aircraft GmbH in Pasewalk : Flugzeugbauer im Sinkflug

Blick in die Werkhalle der Remo Aircraft in Pasewalk.
Blick in die Werkhalle der Remo Aircraft in Pasewalk.

Der Sportflugzeughersteller Remos Aircraft GmbH in Pasewalk kommt nicht aus den Turbulenzen. Das Unternehmen arbeitet auf Sparflamme. Aktuell sind noch 33 Mitarbeiter beschäftigt. Dazu kommen Mietrückstände und Klagen.

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11. September 2012, 09:14 Uhr

Pasewalk/Schwerin | Der Sportflugzeughersteller Remos Aircraft GmbH in Pasewalk kommt nicht aus den Turbulenzen. Die Jahresproduktion des Unternehmens ist seit 2011 deutlich gesunken, wie Geschäftsführer Theo Paeffgen gestern in Schwerin sagte. "Remos erwartet für 2012 eine Jahresproduktion im besten Fall von zirka 25 Flugzeugen." Zuvor bauten in Franzfelde bei Pasewalk knapp 100 Beschäftigte etwa 80 Ultraleichtflugzeuge pro Jahr. Aktuell würden in Pasewalk nur noch 33 Arbeiter und Angestellte beschäftigt.

2009 habe das Unternehmen den Fehler begangen, Flugzeuge zu produzieren, für die es keine Käufer oder Bestellungen gab, erläuterte Paeffgen. Damit sei es Ende 2009 mit der Liquidität vorbei gewesen, die damalige Geschäftsführung stellte einen Insolvenzantrag. Dieser wurde später zurückgenommen, die Geschäftsleitung abgelöst. "Seit 2011 werden Flugzeuge nur noch auf Bestellung hergestellt", sagte Paeffgen.

Nach einem Medien-Bericht gehen mehrere der gekündigten Mitarbeiter gegen Remos vor. Sie wollen demnach ihre Kündigungen anfechten und fordern ausstehenden Lohn. Paeffgen bestätigte "arbeitsrechtliche Streitigkeiten".

Gegenüber der Stadt Pasewalk bestehe ein Mietrückstand für eine Fertigungshalle, räumte Paeffgen ein. Der Mietvertrag mit der Stadt Pasewalk laufe Ende Februar 2014 aus. Die bis dahin auflaufende Miete von rund 203 000 Euro werde Remos zahlen, sobald das Land Mecklenburg-Vorpommern die gewährte und überfällige Förderung aus dem Jahr 2009 ausgezahlt hat, kündigte der Geschäftsführer an. Pasewalks Bürgermeister Rainer Dambach (parteilos) sagte, das höre er zum ersten Mal. Für die Entscheidung des Landes könne die Stadt nichts. Remos sei einige Monate im Rückstand. Das Land hatte Remos im Jahr 2006 lohnkostenbezogene Zuschüsse von 1,8 Millionen Euro zugesagt. Die letzte Rate von 300 000 Euro wurde nicht ausgezahlt, bestätigte das Wirtschaftsministerium einen Vorwurf Paeffgens. Die Bedingungen seien nicht erfüllt gewesen, es seien nicht genügend Mitarbeiter beschäftigt worden. Paeffgen wies dies zurück und nannte die Entscheidung "Beamtenwillkür".

Ende 2011 hatte der Flugzeugbauer bereits seine Verwaltung von Pasewalk nach St. Augustin bei Bonn verlegt. Dort arbeiten derzeit sieben Angestellte in der Entwicklung. In der Produktion in Pasewalk musste bereits 2010 und 2011 ein Teil der Belegschaft kurzarbeiten.

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