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Schiffsbau : Fischtrawler auf Pannenfahrt

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach dem ersten Neubau eines Trawlers der deutschen Hochseeflotte seit fast 20 Jahren auf einer türkischen Werft haben Schiffbauer aus MV Chancen auf Folgeaufträge.

svz.de von
erstellt am 29.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Auftragshoffnungen für die Fischereischiffbauer auf der Volkswerft Stralsund: Nach dem ersten Neubau eines Trawlers der deutschen Hochseeflotte seit fast 20 Jahren auf einer türkischen Werft haben Schiffbauer aus MV Chancen auf Folgeaufträge. Es gebe Pläne, weitere Schiffe zu bestellen und „perspektivisch“ die in die Jahre gekommene Flotte zu erneuern, teilte Uwe Richter, Chef der Warnemünder Hochseefischerei, mit. Um den Bau könnten sich dann auch die Spezialisten der zu Nordic-Yards gehörenden Volkswerft bewerben. In Stralsund waren vor allem zu DDR-Zeiten mehr als 600 Fischfangschiffe gebaut worden. Auch heute ein „interessanter Markt“, erklärte Stefan Sprunk, Sprecher der Nordic-Yards-Gruppe. Die Konstrukteure würden sich derzeit mit neuen Lösungen darauf vorbereiten.

Die Warnemünder Hochseefischerei, wie das Fischverarbeitungswerk Euro Baltic in Sassnitz Tochter des holländischen Unternehmens Parlevliet&Van der Plas, hatte den ersten neuen Trawler der deutschen Hochseeflotte seit 19 Jahren bauen lassen und erst am Mittwoch auf die erste Fangtour geschickt. Doch obwohl Deutschlands Fischereischiffbau-Spezialisten in Stralsund sozusagen vor der Haustür sitzen, ließ die in den letzten Jahren mit millionenschweren Finanzhilfen des deutschen Steuerzahlers unterstützte Parlevliet&Van der Plas-Gruppe das nach eigenen Angaben vollständig eigenfinanzierte Verarbeitungsschiff in der Türkei bauen. Das hatte in der Branche zunächst für Kopfschütteln gesorgt. Die Parlevliet&Van der Plas-Gruppe hatte Anfang der 2000er-Jahre für den Bau des 93 Millionen Euro teuren Verarbeitungswerkes in Sassnitz etwa 60 Millionen Euro an öffentlichen Hilfen überwiesen bekommen. Der Volkswerft sei wie anderen Werften in Deutschland auch der Auftrag angeboten worden, habe aber wegen des damaligen Insolvenzverfahrens davon wieder Abstand genommen, rechtfertigte Richter die Auftragsvergabe an die Türkei. Indes überschattet eine peinliche Panne auf See die mit großem politischem Brimborium gefeierte Schiffstaufe. Nach wenigen Tagen Fahrt mussten auf dem Trawler die Reparaturtrupps anrücken. Der erst am Dienstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den Namen „Mark“ getaufte Trawler ROS 777 ist wenige Tage nach dem ersten Auslaufen wegen einer technischen Störung am Bugstrahlruder vor Kiel liegengeblieben. Das Schiff sei inzwischen repariert worden, teilte Fischereichef Richter gestern mit.  

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