Mecklenburg-Vorpommern : Fischer befürchten Stellnetzverbot

Fischerboote  im Hafen von Stahlbrode
Fischerboote im Hafen von Stahlbrode

Probleme der Kutter- und Küstenfischer reißen nicht ab. Hoffen auf Bürokratieabbau

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13. Juni 2015, 08:30 Uhr

Angesichts gesunkener Erlöse in der Kutter- und Küstenfischerei und einem weiteren Rückgang bei der Zahl der haupterwerblichen Fischer in Mecklenburg-Vorpommern hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) an den Erhalt der handwerklichen Fischerei appelliert. „Wir brauchen Lösungsansätze, die handwerkliche Fischerei langfristig zu sichern – nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus kulturgeschichtlichen Gründen“, sagte Backhaus gestern auf dem Landesfischereitag im vorpommerschen Negast. Die Fischerei sei ein kulturelles Erbe, sie diene dem Land und Tourismus in immenser Form.

Die Kutter- und Küstenfischer schauen auf mäßige Fänge im Jahr 2014 zurück. Mit 8,5 Millionen Euro lagen die Gesamterlöse nach Angaben des Agrarministeriums erheblich unter den Jahresdurchschnittserlösen der zurückliegenden fünf Jahre mit zehn Millionen Euro. Die Zahl der hauptberuflichen Kutter- und Küstenfischer sank weiter auf jetzt 270.

 „Die Erlöseinbrüche sind erheblich, die Ursachen sind von den Fischern nicht verschuldet“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Norbert Kahlfuß. Ursachen seien die Kürzung der Heringsquote um 23 Prozent, die schlechten Dorschfänge im vergangenen Jahr und die niedrigen Dorschpreise.

Im Konflikt um drohende Stellnetzverbote in Ostsee-Schutzgebieten setzen die Kutter- und Küstenfischer auf Gespräche mit den Umweltbehörden. Die Verbände und das Bundesamt drängen auf Stellnetzverbote, weil sie Seevögel und Meeressäuger gefährden sollen. Der Fischereiverband hält dagegen, dass es bislang keine belastbaren Daten gebe, die das belegen.

Die Kutter- und Küstenfischer in der Ostsee können künftig mit weniger Bürokratie und auf Erleichterungen bei ihrer Arbeit rechnen. Wie der EU-Abgeordnete Werner Kuhn sagte, ,sei die Seetage-Regelung, die bislang feste Fangtage vorschrieb, ebenso vom Tisch wie die Ein-Netz-Regelung, sagte Kuhn. Diese Regelung verpflichtete bislang die Fischer dazu, in den Hafen zurückzukehren, wenn sie beispielsweise statt auf Hering auf Dorsch getroffen sind.  

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