Neue EU-Fischverordnung : Fisch wird teurer

Neue Kennzeichnungspflicht an der Theke – Verband rechnet mit höheren Preisen

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09. Februar 2014, 13:17 Uhr

Fischesser müssen sich mit Einführung der neuen EU-Fischverordnung auf steigende Preise einstellen. Die Umsetzung der ab Dezember 2014 geltenden neuen Kennzeichnungsvorschriften an der Fischtheke und auf den Verpackungen bedeute einen hohen Verwaltungs- und Kostenaufwand, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels, Matthias Keller, der Nachrichtenagentur dpa: „Wir fragen uns, ob der Markt wirklich bereit ist, das zu bezahlen.“

Keller kritisierte die neue Verordnung als „nicht ausgereift“. Nach der neuen Verordnung müssen die Händler künftig unter anderem die Handelsbezeichnung der Art und ihren wissenschaftlichen Namen, die Produktionsmethode und das Fanggebiet oder Land angeben. „Das ist eine Fülle an Informationen, die nur einem kleinen Teil der Konsumenten nutzen wird“, sagte Keller.

Die Angaben brächten dem informierten Verbraucher zwar eine Menge, aber sie erforderten einen hohen Wissensstand und Interesse: „Wenn fünf Prozent der Menschen, die Fisch einkaufen, diese Informationen nachfragen, ist das sehr hochgegriffen.“

Die Nachfrage nach Fisch steigt seit Jahren stärker als das Angebot. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag 2012 bei 15,2 Kilogramm. In Europa liegt er nach Verbandsangaben im Durchschnitt bei 23 Kilogramm.

Um die Auswirkungen der Pläne geht es seit Sonntag bis zum Dienstag auch auf der Messe „fish international“ in Bremen. Die „fish international“ ist Deutschlands einzige Fisch-Fachmesse und wird alle zwei Jahre organisiert. In diesem Jahr präsentieren sich auf merh als 14 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche 230 Aussteller aus 20 Ländern ihre Produkte. 2012 zählte die Messe mehr als 8000 Fachbesucher aus der Fischindustrie, dem Einzelhandel und der Gastronomie.

„Mit der fish international bieten wir eine Produktmesse, die schon seit fast 30 Jahren viel Publikum auch in der Gastro-Szene findet“, sagt der Geschäftsführer der Messe Bremen, Hans Peter Schneider. Ein Höhepunkt der Messe ist die erste Gastro Ivent. „Die neue, in Nordwestdeutschland einzigartige Veranstaltung schafft nun noch einen sehr guten Grund für einen Besuch bei uns.“ Hier finden Gastronomen, Betreiber von Mensen und Altenheimküchen, Hoteliers oder Einzelhändler mit eigener Gastronomie extrem scharfe japanische Messer aus bis zu 67-mal gefaltetem Stahl bis hin zu kompletten Kücheneinrichtungen. Und nach den Genüssen aus der Fischtheke ist hier auch ein großes Spektrum anderer ausgesuchter Lebensmittel zu finden, so Schneider. Da gibt es Löwenzahn aus Venezien, Mikrogemüse aus den Niederlanden oder Wagyû-Fleisch aus dem Emsland.

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