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Wirtschaft MV : Firmenpleiten nehmen zu

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Entgegen dem Bundestrend steigt die Zahl der Insolvenzen im Nordosten

Mecklenburg-Vorpommerns Unternehmen zeigen sich im Bundesvergleich weiterhin stabil, doch hat die Zahl der Firmenpleiten gegen den Trend zugenommen. Wie aus den jüngsten Daten der Wirtschaftsauskunftei Bürgel in Hamburg hervorgeht, mussten im ersten Halbjahr 2015 im Nordosten 160 Unternehmer den Gang zum Insolvenzrichter antreten, zwölf mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Zuwachs betrug gut acht Prozent. Das war die höchste Steigerungsrate aller Bundesländer.

Deutschlandweit nahm die Zahl der Firmenpleiten um 4,4 Prozent auf ungefähr 11 700 Fälle ab. Die durch Insolvenzen verursachten Schäden bezifferte Bürgel für die ersten sechs Monate auf knapp acht Milliarden Euro. Rund 60 000 Arbeitnehmer seien davon betroffen gewesen. Trotz der Negativentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern liegt der Nordosten mit 31 Insolvenzverfahren je 10 000 Unternehmen weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt von 36. Die höchste Quote wurde im ersten Halbjahr mit 56 je 10 000 Firmen in Nordrhein-Westfalen registriert, gefolgt von den Stadtstaaten Bremen (52) sowie Hamburg und Berlin (je 49). Die geringsten Pleitenraten verzeichneten die wirtschaftsstarken Südländer Baden-Württemberg (21) und Bayern (24) vor Thüringen und Brandenburg (jeweils 26). Als Gründe für das anhaltende Konjunkturhoch und die bislang rückläufigen Insolvenzzahlen nannte Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin die weiterhin stabile Binnennachfrage und günstige Finanzierungsbedingungen. Risiken würden sich aber aus der angespannten Lage im Euroraum und den Entwicklungen in den Schwellenländern, allen voran China, ergeben.Ein bundesweiter Anstieg der Firmeninsolvenzen auf Jahressicht könne somit nicht mehr komplett ausgeschlossen werden.

„Aktuell rechnen wir mit bis zu 23 700 Insolvenzen“, sagte Sellin. 2014 waren es laut Bürgel 24 549. Im Krisenjahr 2009 hatte es noch knapp 34 000 Pleiten in Deutschland gegeben. Seither sinkt die Zahl der Pleiten. Bundesweit trifft derzeit etwa jede vierte Zahlungsunfähigkeit Firmen, die zuvor maximal zwei Jahre am Markt waren, hieß es. Oft erweise sich die Geschäftsidee als nicht marktfähig, häufig hätten es die Unternehmer auch schwer, frisches Geld zu bekommen.

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