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Wirtschaft MV : Firmen trotz Mindestlohn optimistisch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neun von zehn Handwerkern erwarten gute Geschäfte / Sinkende Energiepreise entlasten

Trotz aller Belastungen durch Mindestlohn und Rente mit 63: Die Wirtschaft ist im Stimmungshoch. Nach guten bis befriedigenden Geschäften im Herbst rechnen neun von zehn Handwerksbetrieben in Westmecklenburg auch im neuen Jahr mit einer guten oder zufriedenstellenden Geschäftslage. „Die besten Werte seit der Wende“, erklärte Edgar Hummelsheim, Chef der Handwerkskammer Schwerin gestern. Mehr als die Hälfte der Betriebe sei voll ausgelastet. Optimismus auch in Industrie und Handel: Zwar fallen die Erwartungen für die kommenden Monate verhaltener aus als noch im Frühjahr. Drei von vier Firmen rechnen mit einer besseren oder gleich bleibenden Entwicklung, sagte Siegbert Eisenach, Chef der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK) gestern. Doch: „Den Unternehmen geht es gut, vielen sehr gut.“ Vor allem aber würden die Firmen langfristige Entscheidungen für die Zukunft treffen und ihre Investitionen hochfahren. Ein Drittel der Betriebe wollten vor allem ihre Kapazitäten erweitern – doppelt so viele Firmen wie vor einem Jahr. Das schafft Arbeit: Neun von zehn Firmen planten, ihr Personal aufzustocken oder zu halten.

Indes scheinen die Auswirkungen des von den Arbeitgebern massiv kritisierten Mindestlohns geringer zu sein als von der Wirtschaft bislang prophezeit. „Trotz aller Belastungen sind die Erwartungen positiv“, so Eisenach: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen: Vom Mindestlohn wird das Abendland nicht untergehen.“ Die Unternehmen hätten sich darauf eingestellt, erklärte Hummelsheim. Auf den größten Teil der Firmen habe der Mindestlohn keinerlei Auswirkungen, da dort bereits höhere Stundenlöhne als 8,50 Euro gezahlt würden. Andere Branchen stellten die höheren Kosten vor „große Herausforderungen“. Besonders das Nahrungsmittel- und Friseurhandwerk prüfe Preiserhöhungen, um die Betriebswirtschaft wieder in den Griff zu bekommen. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass einige Handwerksbetriebe die Kostensteigerungen nicht verkraften und schließen müssten. Allerdings stünden Steigerungen im Gehaltsfonds deutliche Entlastungen bei den Energiekosten gegenüber: Die sinkenden Energiepreise stärkten die Kaufkraft vor Ort, sagte Eisenach.

„Das ist wie ein kleines Konjunkturprogramm“, meinte Hummelsheim. 

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