Wirtschaft MV : Firmen stocken Investitionen auf

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Trotz geringerer Beihilfesätze Zahl der Förderanträge auf hohem Niveau

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05. Januar 2016, 08:00 Uhr

Die Wirtschaft macht Geld locker: MV steht vor einem Jahr der Investitionen. Trotz der vor mehr als einem Jahr deutlich gekürzten Fördersätze stellten sie bereits bis Ende September beim Land mit knapp 180 Förderanträge für Neuansiedlungen und Erweiterungsinvestitionen fast ebenso viele wie im Gesamtjahr 2014, teilte das Wirtschaftsministerium mit. „Die Nachfrage nach Investitionsstandorten in unserem Land ist sehr gut“, meinte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Das Land hatte Ende 2014 die bis dahin geltenden Höchstfördersätze von 30 Prozent, z. B. für Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten halbiert. Ab 2018 sind weitere Kürzungen angekündigt. Trotzdem stocken Investoren ihre Ansiedlungspläne auf. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, in der Medizintechnik sowie in der Ernährungswirtschaft seien neue Projekte geplant. Anfragen gebe es sowohl für Standorte in Mecklenburg als auch in Vorpommern, so Glawe. Angaben zu einzelnen Investitionsplänen machte er nicht.

Auch die Firmenchefs in MV legen zu: Jedes vierte Unternehmen im Bereich der Industrie- und Handelskammer Rostock (IHK) will in den kommenden Monaten investieren, ein Drittel Kapazitäten erweitern, ergab eine Kammerumfrage. In Westmecklenburg bewerten mehr als 80 Prozent der Firmenchefs ihre Investitionspläne als gut bis befriedigend, teilte die IHK Schwerin mit. Auch im Industriepark Schwerin: der Kaffeekapselproduzent Nestlé, der Kunststoffspezialist United Caps, die Folienveredlung Hamburg, der Luftfahrtzulieferer Flugsitz GmbH aus Baden-Württemberg – „nach Abschluss aller Maßnahmen und nach Ansiedlung der Unternehmen werden über 800 Arbeitsplätze im Industriepark entstanden sein“, sagte Glawe.

Geringe Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, niedrigere Exportquote, fehlende Großunternehmen, kaum Firmenzentralen: Inzwischen gelinge es MV besser, die Schwächen auszugleichen, heißt es bei der IHK Schwerin. So konzentriere der Arla-Konzern sein neues Kompetenzzentrum für die Quarkherstellung in der Hansano-Molkerei in Upahl. Der Pizza-Fabrikant Oetker baue seine Forschungskapazitäten für Tiefkühlkost für den Konzern im Entwicklungszentrum in Wittenburg auf. Und der Medzintechniker Euroimmun konzentriere die Forschung in einem Haus der Ingenieure mit 300 hochwertigen Arbeitsplätze in Dassow, erklärte Schwerins IHK-Chef Siegbert Eisenach.  

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