Finanzierung für Wismarer Tanker steht

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30. Juli 2010, 07:04 Uhr

Schwerin | Gute Nachrichten für die Nordic-Werften und den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern: Die Finanzierung des bereits im Bau befindlichen 100-Millionen-Euro-Spezialtankers für den russischen Bergbau-Konzern Norilsk Nickel steht. Bund und Land haben einer Bankbürgschaft in Höhe von 50 Millionen Euro durch die staatliche Förderbank KfW zugestimmt, wie Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern sagte. Nachdem Nordic-Eigner Witali Jussufow bereits persönlich für 40 Millionen Euro gebürgt hat, könne das Schiff wie geplant fertiggebaut werden. Die übrigen 10 Millionen Euro würden vom Auftraggeber bei der Auslieferung gezahlt.

"Ich hoffe, dass es nun leichter wird, die nächsten Schiffe zu finanzieren", sagte der Ministerpräsident. Sellering zeigte sich sehr zufrieden und sprach von einer guten Entwicklung für den Schiffbau im Nordosten. "Ich bin schon sehr ungeduldig gewesen, weil mir seit Monaten keiner gesagt hat, woran es eigentlich hakt." Er wisse, dass Jussufow in weiteren Verhandlungen über Schiffbau-Aufträge stehe. "Wir sind keineswegs über den Berg, das ist nur ein ganz kleines Mosaiksteinchen. Ich hoffe, dass es nun für längere Zeit auf der Werft Arbeit gibt." Auch Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) begrüßte die Entscheidung des Bürgschaftsausschusses: "Diesem wichtigen Schritt müssen aber weitere durchfinanzierte Aufträge folgen." Für den Hauptgeschäftsführer des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik, Werner Lundt, ist die Finanzierung des Tankers eine gute Nachricht in einem für die Branche schwachen ersten Halbjahr. "Bislang konnten nur elf Auftragseingänge mit einem Gesamtwert von 400 Millionen Euro registriert werden", sagte er. Auch er betonte die Notwendigkeit von Folgeaufträgen. "Banken tun sich schwer, wenn nur an einem Schiff gearbeitet wird. Dieser Kreislauf muss durchbrochen werden."

Die Nachricht von der gelungenen Finanzierung traf einen Tag vor dem Ende der Transfergesellschaften ein, die für die 2400 Mitarbeiter der insolventen Wadan-Werften gegründet wurden. Das Land hat seit August 2009 rund 19,5 Millionen Euro dafür aufgewendet, die Arbeitsagenturen noch einmal 20 Millionen Euro.

Derzeit sind auf den Nordic-Werften in Wismar und Warnemünde rund 700 ehemalige Wadan-Mitarbeiter beschäftigt. Sie arbeiten in Wismar an dem Spezialtanker. Für 500 weitere Mitarbeiter gibt es eine Absichtserklärung, falls weitere Aufträge an Land gezogen werden. Im Herbst sollen in Warnemünde die Planungen für den Bau einer sogenannten Umrichterstation der Siemens AG beginnen.1300 Arbeiter sind von Montag an arbeitslos. Daran wird auch der Fertigbau des Norilsk-Nickel-Tankers nichts ändern.

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